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Je nach Abschluss und Region : Naturwissenschaftler verdienen gut - aber oft geht noch mehr

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Naturwissenschaftler haben gute Job- und Gehaltsaussichten - auch wenn Frauen in dieser Branche meist weniger verdienen als männliche Kollegen. Bild: Picture-Alliance

Kinder, studiert was mit Naturwissenschaften! Denn die Anzahl der Stellen in diesem Berufsfeld ist stark gestiegen, so eine aktuelle Analyse. Finanziell lohnt es sich auch – in manchen Feldern mehr, in anderen weniger.

          Naturwissenschaftlich ausgebildete Spezialisten sind gefragt wie nie: So ist die Anzahl der Stellenausschreibungen für das Berufsfeld Naturwissenschaften in den vergangenen fünf Jahren um ganze 75 Prozent gestiegen.

          Am begehrtesten sind Experten aus Bereichen wie Biologie, Chemie, Physik oder Pharmazie in Hamburg, Baden-Württemberg, Berlin, Bayern und Hessen. Doch nicht nur der Standort des Arbeitgebers, sondern auch Branche und Karrierelevel wirken sich maßgeblich auf das Gehalt von Naturwissenschaftlern aus.

          Das geht aus dem neuen „Fachkräfteatlas“ der Jobbörse Stepstone hervor, der Teil der Jobstudie 2017 des Unternehmens ist. Dafür wurden im zweiten Quartal 2017 rund 20.000 Fach- und Führungskräften in Deutschland online befragt.

          Arbeitgeber in Hessen zahlen am besten

          Laut dem Gehaltsplaner von Stepstone, dem 200.000 Datensätze zugrunde liegen, zahlen die Unternehmen in Regionen mit hoher Personalnachfrage im Bereich der Naturwissenschaften am besten: In Hamburg beispielsweise verdienen Fachkräften aus den Naturwissenschaften im Schnitt 61.800 Euro –  da sind zehn Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt, der sich auf 56.300 Euro beläuft.

          In Berlin und Bayern sind die Verdienstmöglichkeiten mit 55.600 Euro und 57.600 Euro ebenfalls überdurchschnittlich gut. Am meisten verdienen Naturwissenschaftler mit 63.800 Euro Bruttojahresgehalt in Hessen. Der Osten der Republik fällt dagegen deutlich ab: So liegt zwischen Hessen und Sachsen-Anhalt eine Gehaltskluft von 38 Prozent, denn hier erhalten Fachkräfte nur gut 46.200 Euro.

          Sehr viele Naturwissenschaftler arbeiten in der Pharmaindustrie – laut dem Gehaltsplaner somit auch die Branche, die entsprechende Spezialisten mit durchschnittlich 66.500 Euro am besten bezahlt, was 18 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt von gut 56.300 bedeutet. Ebenfalls sehr gut zahlen Arbeitgeber aus der Chemieindustrie und der erdölverarbeitenden Industrie, die mit 60.200 Euro sieben Prozent mehr bieten. Im Bereich Wissenschaft und Forschung müssen Fachkräfte aus den Naturwissenschaften sich hingegen im Schnitt mit 53.000 Euro begnügen.

          Frauen und Nicht-Akademiker verdienen weniger

          Naturwissenschaftler ohne akademische Ausbildung verdienen mit 47.700 Euro rund 15.000 Euro weniger als ihre studierten Kollegen. Ein starker Gehaltstreiber ist auch Management- und Personalverantwortung mit bis zu 25.000 Euro mehr.

          Männliche Naturwissenschaftler verdienen im Schnitt 25 Prozent mehr als weibliche. Ein Grund dafür: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und übernehmen seltener Management- und Personalverantwortung.

          Fachkräfte mit naturwissenschaftlichem Background bleiben zudem ihrem Job verhältnismäßig lange treu, so die Erhebung: 27 Prozent haben noch nie den Job gewechselt; der Durchschnittswert über alle Branchen hinweg beträgt 14 Prozent,

          Fünf oder noch mehr Arbeitgeberwechsel gab es nur bei etwa jedem zehnten Naturwissenschaftler – berufsübergreifend betrachtet aber bei jeder vierten Fachkraft. Dass 58 Prozent von ihnen zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer Bezahlung sind, könnte eine Ursache für die Loyalität zum Arbeitgeber sein.

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