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Mehrarbeit : Urlaubsvertretung ist Kollegensache

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Mehrarbeit, damit der Kollege frei hat: Das ist fast überall Realität Bild: dpa

Wenn der Kollege Urlaub macht, muss der Rest des Teams ran - und ordentlich Überstunden machen. Kennen Sie irgendwoher? Das ist nicht ungewöhnlich, zeigt eine Umfrage. Und das hat Folgen.

          Für die einen bedeutet Urlaub Erholung, für die anderen zusätzliche Belastung: Denn einer Umfrage zufolge übernehmen volle 95 Prozent der deutschen Angestellten in der Ferienzeit die Aufgaben ihrer abwesenden Kollegen.

          Die Beschäftigten müssen deshalb in einer Urlaubswoche im Durchschnitt acht Überstunden einplanen, weil für die ausspannenden Kollegen keine Urlaubsvertretung vorgesehen ist. Für die repräsentative Umfrage wurden im Auftrag der Online-Plattform Upwork mehr als 1100 Vollzeitkräfte in deutschen Büros befragt.

          Mehrarbeit - teilweise auch am Wochenende

          Jeder Zweite gab an, wegen der Mehrarbeit während der Mittagspause durchzuarbeiten, und sogar acht von zehn, dass sie wegen der Urlaubsregelung später das Büro verlassen als üblich. Fast die Hälfte bekundete zudem, Arbeit mit nach Hause zu nehmen, um das Volumen - teilweise auch am Wochenende - abzuarbeiten.

          Diese Mehrarbeit ruft bei jedem Fünften Stress hervor und senkt die empfundene Wertschätzung durch den Arbeitgeber. Immerhin fast jeder siebte Angestellte räumte ein, mehr Fehler zu machen infolge der höheren Belastung, auch weil die nötige Qualifikation für die zusätzlichen Aufgaben fehlt.

          Erst kürzlich hatte zudem eine andere Studie gezeigt, dass viele Beschäftigte in Deutschland ihre Überstunden weder in Form von mehr Geld noch durch einen Freizeitausgleich vergütet bekommen.

          Letzteres trifft immerhin auf fast jeden Zweiten (44 Prozent) zu, wie aus dem „Arbeitszeitmonitor 2015“ der Hamburger Vergütungsplattform Gehalt.de hervorgeht. 56 Prozent der Zusatzarbeiter bekommen dagegen einen Ausgleich in Form von Gehalt oder Urlaubsansprüchen für die Überstunden.

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