https://www.faz.net/-gyl-8i98a

Mehr Geschäftsreisen : Auf Dienstreise geht längst nicht nur der Chef

  • Aktualisiert am

Mehr unterwegs: In Deutschland werden wieder mehr Geschäftsreisen unternommen. Bild: dpa

In Deutschland verreisen mehr Beschäftigte und die Unternehmen geben mehr Geld für Dienstreisen aus. Dafür gibt es Fachleuten zufolge auch einen guten Grund.

          Die Beschäftigten in Deutschland gehen dienstlich wieder mehr auf Reisen: Im Jahr 2015 ist die Anzahl der Geschäftsreisenden im Vergleich zum Vorjahr von 10,1 Millionen auf 11 Millionen gestiegen, wie der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) in seiner jährlichen Geschäftsreiseanalyse mitteilt. Nicht nur die Zahl der Personen, die dienstlich unterwegs war stieg, sondern auch die Gesamtzahl der Geschäftsreisen - um 4 Prozent. Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozent im selben Zeitraum kann also dem Verband zufolge nicht allein für den Anstieg verantwortlich sein.

          Vielmehr sei die Geschäftsreiseintensität dauerhaft gestiegen, vermutet der VDR. Während in Krisenzeiten durchschnittlich nur jeder vierte Beschäftigte Dienstreisen unternahm, „wird mittlerweile bei den größten Firmen ab 1500 Mitarbeitern die Reiselast auf 40 Prozent der Mitarbeiter verteilt. Grund seien unter anderem flachere Hierarchien, die mehr Mitarbeiter in die Dienstreisen einbezögen.

          Die Business Class ist nicht mehr gefragt

          Auch die Ausgaben für Geschäftsreisen sind 2015 deutlich gestiegen: 153 Euro ließen sich die Unternehmen im Schnitt einen Tag Dienstreise pro Kopf kosten. Im Vorjahr waren es nur 146 Euro. So addierten sich die Kosten für Dienstreisen in ganz Deutschland im vergangenen Jahr auf 50,9 Milliarden Euro, während es 2014 nur 49,2 Milliarden waren.

          Das heißt aber nicht unbedingt, dass die Unternehmen bei Geschäftsreisen sorglos mit ihren Budgets umgehen. Schon seit Jahren gibt es etwa den Trend bei Flugreisen vermehrt auf Billigfluglinien und Buchungen in der Economy Class zurückzugreifen. Bei Interkontinentalflügen flogen etwa im Jahr 2004 noch 56 Prozent der Geschäftsreisenden aus größeren Unternehmen in der Business- oder First Class; 2015 waren es nur noch 36 Prozent. Bei Inlandsflügen greift heute kaum noch ein Unternehmen auf die Business Class zurück: 4 Prozent der Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern nutzen sie dafür noch, 2004 waren es immerhin noch 12 Prozent.

          Bei den Airlines ist die Lufthansa zwar noch die erste Wahl, wenn es um geschäftliche Flüge ins Ausland geht. Doch bei Inlands-Dienstreisen gewinnt mittlerweile Air Berlin mehr Geschäftsreise-Fluggäste - jedenfalls von den kleinen und mittelständischen Unternehmen.

          Weitere Themen

          5G künftig in Monaco Video-Seite öffnen

          Technik von Huawei : 5G künftig in Monaco

          Während in Deutschland noch um den Ausbau des ultraschnellen mobilen Internets gerungen wird, sieht sich Monaco als Vorreiter: Das Fürstentum erklärte sich zum „ersten Staat mit flächendeckendem 5G" – und arbeitet dafür mit einem umstrittenen Unternehmen zusammen.

          Topmeldungen

          Donald Trump am 12. Juli in Milwaukee

          Provokation auf Twitter : Trumps Spiel mit dem Feuer

          Auf Twitter beleidigt Amerikas Präsident vier Parlamentarierinnen rassistisch. Mit der Provokation will er Konflikte unter den Demokraten schüren – und scheitert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.