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Mehr Arbeitsstunden : Deutschland schuftet

Mehr Deutsche arbeiten und sie arbeiten länger. Bild: dpa

59 Milliarden Arbeitsstunden wurden im vergangenen Jahr in Deutschland geleistet - so viele wie seit 1992 nicht mehr. Die Zukunft könnte aber weniger rosig aussehen.

          Der Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat das Arbeitsvolumen in die Höhe getrieben. In Deutschland wurden 2015 insgesamt rund 59 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, das waren 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie 1992 nicht mehr. Gleichzeitig kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 0,8 Prozent auf 43 Millionen im Jahresdurchschnitt - so viele wie nie zuvor. Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit eines Beschäftigten stieg um 0,3 Prozent auf 1371 Stunden. Dies geht aus neuen Zahlen des staatlichen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Dienstag hervor.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

          In einer Mitteilung heißt es, das Wachstum des Arbeitsvolumens sei sowohl auf die Zunahme bei den Erwerbstätigen als auch auf den Anstieg bei der Arbeitszeit zurückzuführen. Damit entkräften die Wissenschaftler die oft verbreitete These, der Anstieg der Erwerbstätigkeit sei lediglich darauf zurückzuführen, dass die gleiche oder eine geringere Menge Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werde. „Die Arbeitsmarktentwicklung bleibt auch angesichts der aktuellen weltwirtschaftlichen Schwäche ein Stabilitätsanker“, kommentierte IAB-Forscher Enzo Weber die Entwicklung.

          Zahl der bezahlten Überstunden leicht gestiegen

          Weitere Trends waren, dass die Vollzeitbeschäftigung mit 1,6 Prozent deutlich stärker gestiegen ist als die Zahl der Teilzeitkräfte mit 0,3 Prozent und dass die Zahl der bezahlten Überstunden leicht auf 21,1 je Arbeitnehmer stieg, während die der unbezahlten Mehrarbeit etwas auf 25,7 Stunden sank. Der Krankenstand, in Personen betrachtet, kletterte um 0,2 Punkte auf knapp 4 Prozent, in Tagen um 0,6 auf 10 Tage.

          Allerdings könnte einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Personaldienstleisters Manpower zufolge der Stellenaufbau in Deutschland künftig deutlich schwächer ausfallen. Der regelmäßigen Befragung zufolge sinkt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für das zweite Quartal 2016 um einen Prozentpunkt. Das sei der niedrigste Wert seit Ende 2013. Trotz guter Konjunktur und Kauflaune der Verbraucher wollten nur noch 6 Prozent der Arbeitgeber ihr Personal aufstocken, heißt es.

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