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Luxusbranche : Textilwirtschaft sucht wieder Nachwuchs

Bild: F.A.Z.

Die Beschäftigungschancen in der deutschen Luxusgüterindustrie haben sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert. Die Konjunktur zieht an und mehr Geld fließt für Mode. Junge Fachkräfte werden deshalb ständig nachgefragt.

          Die Arbeitsmarktchancen in der deutschen Luxusgüterindustrie haben sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert. Besonders in der lange Zeit angeschlagenen Mode- und Textilwirtschaft ist dies zu spüren. Dem Handel geht es besser. Der Konsum hat angezogen; die Hersteller profitieren vom Export, nicht zuletzt nach Osteuropa und Russland.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Vor allem der Nachwuchs hat gute Chancen. Die unternehmensinterne Ausbildung ist in den vergangenen Jahren nicht selten vernachlässigt worden. Nach einer Umfrage der Fachzeitschrift Textilwirtschaft unter 55 deutschen Unternehmen wollen 94 Prozent ihre Bemühungen, gute Nachwuchsmitarbeiter zu gewinnen, künftig intensivieren oder haben dies bereits in jüngerer Zeit getan. 69 Prozent stellen in diesem Jahr mehr Nachwuchskräfte ein. Zwei Drittel der Befragten planen eine Aufstockung im nächsten Jahr.

          Teure Ausbildung ist gute Investition

          Am größten ist die Nachfrage derzeit nach jungen Fachkräften in Vertrieb und Verkauf. Es gibt Nachholbedarf, weil die Unternehmen in den vergangenen Jahren stark mit Personalabbau, Verlagerung ins Ausland und der sogenannten Vertikalisierung beschäftigt waren, also der engeren Verbindung zwischen Handel und Hersteller.

          Manfred Mroz, für Finanzen und Marketing zuständiger Geschäftsführer der Fachakademie für Textil & Schuhe in Nagold (LDT), klagt nicht über mangelnde Nachfrage nach seinen Abgängern. „Die Unternehmen fragen ständig nach neuen Absolventen“, sagt er. „Manche führen ihre Bewerbungsgespräche gleich bei uns.“ Eine zweijährige Ausbildung führt dort zum Titel des Textilbetriebswirtes.

          Austauschprogramme

          Internationale Austauschprogramme bis nach Indien sichern Auslandserfahrung, die heute immer wichtiger wird. Die Kombination eines dualen Studiums mit Trainee-Ausbildung in einem Betrieb ist ebenfalls möglich. Die Ausbildung kostet für die rund 220 Absolventen pro Jahrgang rund 2500 Euro im Semester - nach Meinung der Schulleitung eine vertretbare Investition, „denn danach bekommt man in der Branche so gut wie sicher einen Arbeitsplatz“, sagt Mroz. In der Regel übersteige die Nachfrage der Arbeitgeber das Angebot der Fachhochschule.

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