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Büroarbeit : 20 Arbeitstage im Jahr gehen für langsame Technik drauf

  • Aktualisiert am

Die Technik will mal wieder nicht? Bloß nicht verzweifeln! Anderen geht’s ähnlich. Bild: dpa

Das Dokument ist weg, der Computer spinnt, der Drucker streikt: Arbeitsalltag in Deutschland. Büroangestellte verplempern mit langsamer, veralteter oder komplizierter Technik viel Zeit. Mehr als in anderen Ländern.

          Kennen Sie das? Sie sitzen im Büro und haben genau im Kopf was Sie wollen. Den einen Brief, das bestimmte Protokoll, den Text, den Sie vorgestern gelesen haben. Aber aus irgendeinem Grund finden Sie gerade den Ort nicht mehr, wo Sie ihn im Computer abgespeichert haben. Quälende Minuten verstreichen, während Sie eine Suchanfrage nach der anderen laufen lassen. Dann endlich ist das Gesuchte gefunden, Sie sind den Büroflur entlang zum Drucker gelaufen, aber statt Ihres Dokuments kommt nur ein sanftes Rumpeln heraus. „Warming up“, steht im Display. Das Gerät muss erst noch in Schwung kommen. Ist das geschehen, spuckt es quälend langsam eine Seite nach der anderen aus.

          Wie viel Zeit ist wohl verstrichen? Im Durchschnitt sind es im Jahr fast 20 Arbeitstage, die Büroangestellte dadurch verlieren, dass sie sich mit fehlerhafter, langsamer oder komplizierter Technik auseinandersetzen müssen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1015 Büro-Arbeitskräften in Deutschland, die der Büro-Ausstatter Sharp Business Solutions in Auftrag gegeben hat und die FAZ.NET vorab vorliegt.

          Rund 22 Minuten am Tag verbringen Büroangestellte der Befragung zufolge damit, im Firmennetzwerk nach Dokumenten oder Bildern zu suchen. Etwa 8 Minuten warten sie im Schnitt darauf, dass Geräte aufgewärmt und hochgefahren sind. Weitere 9 Minuten dauert dann das Ausdrucken von Papieren.

          Eine unübersichtliche Dokumentenablage sei demnach der größte Zeitfresser. 31 Prozent der Befragten sagten, sie verlören täglich Zeit dadurch, dass Dokumente nicht leicht aufzufinden oder zu teilen seien. Ein Viertel der Befragten gab zu Protokoll, sich im Alltag mit veralteten Technologien herumschlagen zu müssen, die ihnen das effiziente Arbeiten schwer machten. Ein weiteres Viertel der Büroangestellten sagte, sie verbrächten immer wieder Zeit damit, Kollegen beim Bedienen von Druckern und Scannern zu helfen. Fast ebenso viele unterstützen andere beim Bedienen der Video-Konferenztechnologie. Und etwas mehr als ein Fünftel gibt zu: Sie wissen selbst nicht wirklich, wie die Software der technischen Geräte funktioniert.

          So verstreichen der Studie zufolge insgesamt 19,67 Arbeitstage je Jahr, ohne sie auf die eigentlichen Arbeitsinhalte zu verwenden. Die Studie hat insgesamt neun Länder in Europa untersucht. Deutschland landet dabei im Mittelfeld - noch mehr Stunden verplempern Büroarbeiter in Italien, Frankreich und Großbritannien. Schneller geht's hingegen in Polen, den Niederlanden, Tschechien, Ungarn und Schweden. In Schweden geht mit rund 15 Arbeitstagen am wenigsten Zeit für technisches Klein-Klein drauf; in Italien mit mehr als 23 Stunden im Jahr am meisten.

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