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Führungskräfte : Weniger Fachwissen, mehr Sozialkompetenz

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Der einsame Wolf hat als Führungsstil nach Meinung der meisten Manager ausgedient. Wer sein Unternehmen nach oben bringen will, muss ein Teamplayer sein. Bild: Reuters

Weg von zu viel Kontrolle: Eine gute Führungskraft motiviert ihre Mitarbeiter, ihre Arbeit selbst zu organisieren. Denn mehr Eigenverantwortung bindet. Das sagen zumindest die Manager selbst.

          Mitarbeiter richtig zu führen ist derzeit unter Managern das wichtigste Thema. Denn in der schnelllebigen Wirtschaft ist Führung derzeit der zentrale stabilisierende Faktor. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung von 665 Führungskräften aus Unternehmen und Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, durchgeführt vom Institut für Beschäftigung und Employability im Auftrag des Personaldienstleister Hays.

          Als größte Herausforderung nannten 72 Prozent der befragten Führungskräfte dabei das Managen von Veränderungen wie beispielsweise das Steuern der digitalen Transformation und das interner Restrukturierungen. An zweiter Stelle steht mit 52 Prozent an Nennungen der Umgang mit der steigenden Komplexität in Unternehmen, gefolgt von der Wahrnehmung der Vorbildfunktion mit 44 Prozent als einer der größten Herausforderungen von Führungskräften.

          Die genannten Aufgaben können die Befragten nach eigener Aussage jedoch bei weitem nicht erfüllen. Dies liegt nach Einschätzung von 79 Prozent der Befragten vor allem an der mangelnden Zeit für Führungsaufgaben. 55 Prozent der befragten Manager fällt es schwer, ihre Kontrollfunktion zugunsten von mehr Eigenverantwortung zu reduzieren. 48 Prozent sehen einen zu starke Orientierung auf die Anwesenheit und fordern mehr Ergebnisorientierung.

          Aktive Mitarbeiterbeteiligung immer wichtiger

          Aus Sicht der Befragten bestehen mit 71 Prozent an Zustimmung die wesentlichen Aufgaben einer Führungskraft darin, eine Feedback-Kultur zu etablieren, 68 Prozent finden es am wichtigsten, Mitarbeiter zu motivieren und 66 Prozent sahen als wesentliche Aufgabe von Führungskräften, Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das operative Tagesgeschäft dagegen nimmt auf der Prioritätenliste der befragten Führungskräfte den letzten Platz ein.

          Wenig verwunderlich gaben 70 Prozent der Befragten Sozialkompetenz als wichtigste Eigenschaft einer guten Führungskraft an. Aus Sicht der befragten Führungskräfte besteht jedoch auch in genau diesem Bereich der größte Handlungsbedarf. Methoden- und Fachkompetenz spielen mit 14 beziehungsweise 7 Prozent an Zustimmung hingegen nur eine sehr untergeordnete Rolle.

          Dies zeigt aus Sicht des Personaldienstleisters, dass moderne Führung neuen Mustern folgt: Ihr Fokus hat sich klar in Richtung Mitarbeiterorientierung und weg von fachlichen Themen entwickelt. „Führung bindet die Kompetenz der Mitarbeiter immer stärker ein und beteiligt sie aktiv. Aber es zeigt sich, dass dies ein schleppender Prozess ist: Viele Führungskräfte sind noch ihrer alten Rolle als Controller und Bewahrer verhaftet. Das wirkt sich zunehmend negativ auf das Geschäft und die Mitarbeiterbindung aus“, bewertet Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG.

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