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Karriere und Familie : Die meisten Frauen ticken jetzt wie die Männer

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Zuerst kommt der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit, weit dahinter rangiert der Kinderwunsch. Bild: dpa

Frauen wünschen sich vor allem Kinder? Weit gefehlt! In Sachen Lebensziele, Karriere, Gehalt und Familie ticken die Geschlechter mittlerweile überraschend ähnlich. Doch dabei ergeben sich auch einige Probleme.

          Jede zweite Frau in Deutschland ist mit ihrem Gehalt unzufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Zeitschrift „Brigitte“, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt worden ist. Von den befragten Männern wünschen sich nur 38 Prozent einen höheren Lohn.

          Ganz generell ist der Tenor der Studie, für die mehr als 2000 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren befragt wurden, dass sich die Lebensentwürfe von Frauen und Männern immer stärker ähneln. Demnach haben Frauen heutzutage fast genauso starke berufliche Ambitionen wie Männer. Karriere zu machen sei für 48 Prozent der weiblichen Befragten sehr wichtig gegenüber 53 Prozent der männlichen Befragten, hieß es. Auch bei der Bedeutung von Arbeit gebe es kaum noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, sagte Huber. Zwar fänden es Frauen (82 Prozent) wichtiger als Männer (74 Prozent), im Beruf mit Menschen in Kontakt zu kommen. Doch für beide sei die Berufstätigkeit vor allem gleichbedeutend mit finanzieller Flexibilität (Frauen 92 Prozent, Männer 91 Prozent) und mit der Verrichtung einer sinnvollen Tätigkeit (Frauen 80 Prozent, Männer 81 Prozent).

          Mutter zu werden sei dagegen für die Lebenszufriedenheit vieler Frauen nicht der bestimmende Aspekt, sagte Huber. Die finanzielle Unabhängigkeit habe mit 94 Prozent bei Frauen absolute Priorität. Das Bedürfnis, Kinder zu haben oder zu bekommen, sei mit 68 Prozent Zustimmung dagegen „auffallend nachgeordnet“.

          Fast ein Drittel beklagt, dass Vereinbarkeit schlechter gelingt

          Probleme bereitet weiter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zwar sagen 37 Prozent der Mütter, dass sich beides heute besser vereinbaren lasse als vor zehn Jahren. 24 Prozent sehen aber keine Veränderung. Und 29 Prozent finden, dass eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf heute sehr viel schlechter gelinge.

          60 Prozent fordern eine höhere finanzielle Unterstützung der Kindererziehung. „Gerade Frauen erleben, dass sie keine Wertschätzung erfahren, obwohl die gesellschaftlichen und beruflichen Erwartungen an sie hoch sind“, sagte Christiane Funken von der Technischen Universität Berlin, die an der Auswertung der Ergebnisse beteiligt war.

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