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Karriere nach dem Militär : Offiziere: Weggetreten!

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Deutsche Offiziere müssen sich nicht verstecken, doch Topmanager werden sie selten Bild: dpa/dpaweb

In einem kämpferischen Geschäftsumfeld bestehen am besten ehemalige Offiziere. Das hat eine Studie über amerikanische Unternehmen und ihre Top-Manager gezeigt. Anders in Deutschland: Hier funktioniert die Bundeswehr nicht als Karriere-Turbo.

          Die Jobbörse für ehemalige Offiziere hat es nie bis ins Internet geschafft. Es gab einfach keine Investoren. Selbst der Bundeswehrverband, sonst immer um das Fortkommen seiner Mannen bemüht, soll nur von einer guten Idee gesprochen haben, nie aber von Geld. Doch manchmal liebäugelt der Frankfurter Personalberater Uwe Fenner noch heute mit seiner Idee. "Das scheint mir eine gute Sache zu sein", sagt er, "die pfiffigen Soldaten lassen sich gut vermitteln." Weil sie pfiffig sind, so ist sein Satz zu lesen. Nicht, weil sie Soldat sind. Ins deutsche Top-Management schaffen es nur wenige. Diese Klientel hat in Deutschland keine offene Lobby, bestenfalls ihr eigenes Netzwerk.

          Es ist ein grobes Netz, mit einigen engeren Maschen in München oder Stuttgart, Düsseldorf oder Hamburg. Dort ist Eventmanager Jürgen Henke rührig. Der Oberstleutnant der Reserve ist einer der Motoren des 1991 gegründeten Forums "Hamburgische Akademische Offiziere in der Wirtschaft" (HOW), einer losen Gemeinschaft von zur Zeit 175 Männern, die geschäftliche und persönliche Kontakte pflegen. Mit Attitüde oder Kastenbewußtsein hätten die monatlichen Treffen nichts zu tun: "Wir sind wir und die anderen nur Friseure? Nein, so nicht. Aber wir fühlen uns lebhaft verbunden", sagt Henke.

          Mit Rang und Namen?

          Frühere Offiziere gibt es viele in der Wirtschaft, aber es steht ihnen nicht auf die Stirn geschrieben. Auch Henke mußte suchen. Immerhin 2600 ehemalige Kameraden fand er auf der Internetplattform OpenBC, "aus allen Unternehmen mit Rang und Namen".

          Punkte sammeln fürs spätere Management: Mit Auslandserfahrung...

          Erst umgekehrt wird ein bemerkenswerter Befund daraus: Unter den Namen gibt es kaum welche in hohem Rang. Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, wird wieder und wieder hervorgezerrt, wenn es gilt, leuchtende Beispiele für Soldaten zu finden, die es geschafft haben. Weise war früher Fallschirmjäger, so wie Thomas Enders, Chief Executive Officer (CEO) des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Frank Hurtmanns hat es aus der Tiefe der Truppe zum Personalvorstand des Agrar-Handelskonzerns Baywa gebracht. In gleicher Verwendung wird der Kamerad Matthias Bellmann bei Karstadt ins Feld geschickt. Mehr Beispiele? Es mag sie geben, aber Verteidigungsministerium wie Personalberater, Bundeswehrverwaltung wie Hochschulen haben keine Prominenten auf dem Radar. Selbst der renommierte Elitenforscher Michael Hartmann ist ratlos: "Kein Beispiel im Kopf."

          Alles anders in Amerika

          In Amerika wäre ihnen eine Antwort leichter gefallen. Dort tummeln sich unter den CEOs überproportional viele, die ihre ersten ernsten Kämpfe in der Armee bestanden haben. Ehemalige Militärs erfüllen ihren Führungsauftrag besonders gut, hat die Personalberatung Korn/Ferry International gemeinsam mit der Economist Intelligence Unit ermittelt. Daten aus Unternehmen, die dem Aktienindex S&P 500 angehören, legen den Schluß nahe, daß Männer durch militärisches Training früh Führungserfahrung sammeln, die später im Vorstand unschätzbar werde. Die Berater haben statistische Korrelationen zwischen Militärdienst und Leistungen als Manager herausgeschält. Der sichere Umgang mit Stress-Situationen in militärischen Operationen könne die Leistungsfähigkeit in der Wirtschaft steigern. Das gelte für die persönliche Performance des Soldaten-Managers wie das von ihm geführte Unternehmen.

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