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Neue Branche : App nach oben

  • -Aktualisiert am

Jobs in der App-Ökonomie: Wie sehen die eigentlich genau aus? Bild: dpa

Seit dem Siegeszug von Smartphone und Tablet-PC gibt es eine neue Branche: die App-Ökonomie. Hunderttausende arbeiten dort schon. Aber was tun sie genau?

          Es zeigt sich in jedem Bus, jedem Café und fast jedem Bett: Apps gehören für Abermillionen Menschen mittlerweile zum Alltag. Das Geschäft mit den kleinen Programmen für Smartphone und Tablet-Computer nährt die Hoffnungen einer Wachstumsbranche. Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner werden global in drei Jahren 77 Milliarden Dollar Umsatz mit mobilen Apps erwartet. Die App-Industrie ist auch für die Berufswahl interessant. Angeblich hängen schon rund 800.000 Arbeitsplätze in Europa an Apps.

          Bettina Horster, Direktorin Mobile im Verband der deutschen Internetwirtschaft hält eine berufliche Spezialisierung auf mobile Anwendungen für unabdingbar. Die zunehmende Interaktion mit den Nutzern an ihrem Aufenthaltsort und das „Internet der Dinge“ treibe die Entwicklung voran.

          Die Branche floriert, das bekommt auch James Cooper mit: Der Engländer ist ein Experte für mobiles Marketing und Veranstalter des „App Promotion Summit“ in Berlin. Der Saal voll, die Stimmung optimistisch. „Gerade für App-Marketing gibt es eine enorme Welle neuer Stellen und Unternehmen“, sagt Cooper. Neue Spezialisierungen zeigen sich auf der Visitenkarte: „Wir sehen in vielen Unternehmen neue Titel wie ,Head of User Acquisition‘ oder „Head of App Marketing.“ Doch wer sind diese Personen? Und was tun Sie in der App-Ökonomie? Wir stellen vier Köpfe aus der Branche vor:

          Matthias Schoen: Vom Bankkaufmann zum Werbestrategen

          „Ich habe bei Trademob meine Leidenschaft gefunden“, sagt Matthias Schoen. Das Unternehmen liefert Lösungen, damit App-Entwickler mit überschaubarem Budget neue Kunden finden. Auch arbeitet Trademob an intelligenter Aussteuerung mobiler Werbung, damit sie an Wirksamkeit zunimmt. Damit ist Matthias Schoen an einer strategischen Nahtstelle der App-Industrie aktiv. Doch noch vor zwei Jahren lebte er fernab der App-Welt. Zunächst ließ er sich zum Bankkaufmann ausbilden, ging dann an die Elite-Wirtschaftsuni WHU in Vallendar und arbeitete zuletzt sechs Jahre für die Strategieberatung Boston Consulting Group. Dort gab es damals App-freie Blackberrys statt unterhaltsamer iPhones. Nach seiner wirtschaftswissenschaftlichen Promotion im Bildungs-Sabbatical wechselte Schoen zum Berliner Start-up-Unternehmen.

          Matthias Schoen, 35 Jahre, Geschäftsführer und Chief Product Officer bei Trademob, Berlin

          Geprägt sei er durch seine Eltern, beide Ingenieure, woran es wohl auch liege, dass er sich beim Konstruieren neuer Produkte sehr wohl fühle. Ende 2012 stieg er bei Trademob ein. Nach drei Monaten übernahm er die Leitung der Produktentwicklung und steuert seitdem die vier Teams mit Programmierern, Mathematikern, Kampagnenmanagern und Produktmanagern. Seit einem Jahr verantwortet er das neue Thema ,Mobile Retargeting‘. „Wir wollen nicht nur Nutzer gewinnen, sondern Werbung zielgerichtet ausspielen und Anwender zu Transaktionen bringen“, sagt der Datenspezialist. „Big Data ist die Zukunft des digitalen Marketings“, sagt er.

          Es mache Spaß, die Werbung der Zukunft intelligenter zu gestalten. Er spüre die wachsende Akzeptanz in der Wirtschaft für Unternehmen wie das, in dem er arbeitet. Schoen mag an diesem Umfeld besonders, dass Entscheidungen mit hoher Geschwindigkeit umgesetzt werden können, auch wenn Pläne dadurch manchmal schneller hinfällig werden. Bei seinem neuen Produkt verzehnfachten sich die Verkaufszahlen zwischen Oktober und März. „Mit überschaubarem Aufwand kann man sehr viel erreichen, für sich selbst und für die Kunden“, sagt Schoen. Ein Beratergehalt bekomme er zwar nicht, aber sein Einkommen sei wettbewerbsfähig und die persönlichen Entwicklungschancen dazu ein gelungenes Gesamtpaket.

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