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Interne Bewerbungen : Heimspiel mit Tücken

  • -Aktualisiert am

Bild: Cyprian Koscielniak

Für eine neue Stelle muss man nicht den Arbeitgeber wechseln. Spannende Aufgaben bieten sich oft auch intern. Doch bei der internen Bewerbung lauern so einige Fettnäpfchen.

          Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ Diese Zeilen werden dem Experimentalphysiker und Aufklärer Georg Christoph Lichtenberg zugeschrieben. Kaum anzunehmen, dass er dabei Menschen im Sinn hatte, die sich beruflich verändern wollen. Doch Lichtenbergs Worte sprechen vielen Arbeitnehmern aus der Seele. Unzufriedenheit ist ein starker Antrieb für eine Veränderung. Egal was - Hauptsache etwas anderes, denkt sich so mancher von Frust geplagte Angestellte.

          Viele Mitarbeiter hadern jedoch nicht grundsätzlich mit dem Unternehmen, für das sie arbeiten. Nach zwei, drei Jahren in gleicher Position würden sie ihre zur Routine erstarrten Aufgaben aber gerne gegen neue Herausforderungen eintauschen. Ein naheliegender Weg, um Abhilfe zu schaffen: ein interner Wechsel. Die Stellenbörsen gerade großer Unternehmen sind gut gefüllt. Warum also nicht einfach die Abteilung wechseln? Was so selbstverständlich klingt, hat in der Praxis allerdings seine Tücken.

          Der Heimvorteil entbindet nicht von gewissen Pflichten

          „Interne Bewerber haben zwar einen gewissen Heimvorteil, der entbindet sie jedoch nicht von der Pflicht zu reiflicher Überlegung und gründlicher Planung im Vorfeld - ganz im Gegenteil“, mahnt Walter Schwertl vom Deutschen Bundesverband Coaching. Jedes Unternehmen handle nach einem eigenen „Kulturprogramm“, wie mit internen Bewerbungen umgegangen werde. Damit sollte sich der Wechselwillige vertraut machen. Sind interne Bewerbungen bei seinem Arbeitgeber erwünscht oder verpönt? Gibt es Karriere- und Förderprogramme? Sind abteilungsübergreifende Wechsel vielleicht sogar Voraussetzung für einen späteren Führungsposten? Schwertl nennt das eine „Versetzungskultur“.

          In der Tat haben große Unternehmen in der Regel erkannt, dass sie Leistungsträger an sich binden, wenn sie ihnen personalisierte Aufstiegs- und Karrierepläne anbieten, während bei Mittelständlern vielfach eine systematische Personalentwicklung fehlt - sei es aufgrund einer zu geringen Zahl an Mitarbeitern oder weil es an internen Aufstiegsmöglichkeiten mangelt. Deshalb ist gerade dort besondere Vorsicht geboten: So mancher Chef-Typus begreift einmal geäußerte Abwanderungsgedanken als persönlichen Affront.

          Umfragen zufolge hoffen rund 20 Prozent der Unternehmen, durch eine interne Stellenausschreibung eine offene Position zu besetzen. Oft müssen Unternehmen nach Absprache mit dem Betriebsrat freie Stellen zunächst intern inserieren, bevor sie eine öffentliche Ausschreibung starten dürfen. Das verschafft hauseigenen Mitarbeitern einen Zeitvorteil, den sie dazu nutzen sollten, um sich über die in Frage stehende Stelle zu informieren. Ob die Inserate über das Schwarze Brett, Rundmail oder Intranet laufen, ist Sache des Arbeitgebers. Besteht begründeter Verdacht, dass die freie Stelle bereits einem Kollegen versprochen oder auf den Leib zugeschrieben wurde, etwa weil nur er fließend Finnisch und Japanisch spricht und zugleich ein Diplom in Meeresbiologie vorzuweisen hat, handelt es sich um eine Pro-forma-Ausschreibung. Andere Mitarbeiter sollten davon besser die Finger lassen.

          Die Unterlagen sollten so vollständig wie möglich sein

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