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Inhouse-Berater : Kletterhilfe im Konzern

  • Aktualisiert am

Annette Doll Bild: Unternehmen

Inhouse-Berater haben ihre Wurzeln im Unternehmen, im Kopf müssen sie in ihrer täglichen Arbeit aber Distanz wahren. Das erhöht die Aufstiegschancen, schafft unter den Kollegen jedoch nicht nur Freunde. Wir stellen fünf interne Berater vor.

          Annette Doll arbeitet zurzeit an zwei Projekten. Paralleles Arbeiten ist völlig normal für die 33 Jahre alte Diplom-Betriebswirtin, die seit Oktober 2008 im Inhouse Consulting der Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) tätig ist. In einem Projekt, in dem sie ein Team leitet, geht es um die Optimierung von Marketing-Kernprozessen - von der Entstehung eines Produktes bis zum Vertrieb und der Werbegestaltung. „In diesem Job ist man eher Generalist als Spezialist.“ Das erforderliche Fachwissen eignet sie sich schnell an. Das gehört zur Aufgabe.

          Im bisherigen Berufsleben hat sich Doll mit Vertrieb, Marketing und Produktion befasst; mit Mode, Handel, Autos und nun mit Hausgeräten; von ihren Sprachkenntnissen - fließend Englisch, Französisch, Italienisch und „nur“ Grundkenntnisse in Portugiesisch - gar nicht zu reden. „Breite in jeder Hinsicht ist von Vorteil“, beschreibt sie das Anforderungsprofil.

          Bevor Doll zu dem Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Siemens kam, arbeitete sie vier Jahre für Roland Berger als Strategieberaterin für die Automobilbranche. Davor war sie zwei Jahre Assistentin des Einkaufsdirektors von PMD Moden, wo sie auch zur Groß- und Außenhandelskauffrau ausgebildet wurde. An der Fachhochschule hatte sie Betriebswirtschaft studiert.

          Rund ein Dreivierteljahr dauern die Inhouse-Projekte für BSH in der Regel. „Durch intern vergebene Berateraufgaben nehmen wir die Mitarbeiter stärker mit“, sagt sie. „So können wir neu entwickelte Konzepte besser, schneller und nachhaltiger als die von externen Beratern umsetzen.“

          Es gibt weitere Vorteile. Die Arbeitszeit ist bei BSH geregelter, was Doll knapp mit „Work-Life-Balance“ umschreibt. Natürlich sei auch ihre Aufgabe kein „Nine-to-five-Job“. Aber sie müsse sich nicht mehr so viele Nächte herumschlagen wie bei Roland Berger. Wichtiger sind für sie die besseren Karrierechancen. Sie bringt ein gutes Netzwerk mit und kennt die Verhältnisse sowie die Denke im Unternehmen. „Ich kann meine Arbeit als Sprungbrett für eine Führungsposition im Konzern nutzen.“ Festgelegt habe sie sich noch nicht. „Ich kann mir vorstellen, im Marketing-Umfeld zu arbeiten - oder auch im Personalbereich.“

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