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Vier Ingenieure im Gespräch : Von der schnellen Truppe

Ingenieure sorgen dafür, dass unsere Fortbewegungsmittel besser und besser werden. Vier von ihnen erzählen aus ihrem Beruf. Bild: Rüchel, Dieter

Welche Ingenieure tüfteln daran, dass Ski schärfer, Tour-de-France-Räder windschnittiger, Formel-1-Autos schneller und Motorräder flotter werden? Wir haben mit vier von ihnen gesprochen.

          Andreas Mann – Steile Ski-Karriere

          In seinen knapp zwölf Berufsjahren bei Völkl hat Andreas Mann rund 10.000 Paar Skier getestet. Persönlich. Würde man alle diese Bretter dicht nebeneinander an eine Wand stellen, dann wäre diese Wand zwei Kilometer lang. An 160 bis 170 Tagen im Jahr fährt Mann Ski. „Eine gewisse Komponente Enthusiasmus ist notwendig“, sagt der Produktmanager für Alpinskier des Straubinger Unternehmens, „und eine verständnisvolle Partnerin.“ Kürzlich war er auch an seinem 44. Geburtstag im Schnee unterwegs, um Felle für Tourenskier zu testen. Immerhin mit einer Flasche Schampus im Rucksack.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Andreas Mann fährt nicht nur Ski. Sein „Aufgabenportfolio“, wie er es nennt, ist sehr vielschichtig. „Das macht die Arbeit so reizvoll.“ Als oberster Produktstratege ist er Bindeglied zwischen Entwicklung, Marketing und Vertrieb, zeichnet verantwortlich für die Zusammenstellung der gesamten Völkl-Kollektion, definiert die Anforderungen an die Produkte, die Fahreigenschaften jedes einzelnen Skimodells und dementsprechend die Vorgaben an die Konstruktionsabteilung. Die fertigt auf Basis von Manns Lastenheften Prototypen, die dann in einem steten Kreislauf getestet, modifiziert, getestet, modifiziert werden, so lange, bis Mann die Serienfreigabe erteilt. Das kann anderthalb Jahre dauern, in denen auch immer mit Referenzmodellen verglichen wird – Vorgängertypen ebenso wie Skier der Konkurrenz. „Im Endeffekt dreht sich alles darum, den Menschen den Zugang zu diesem schönen Sport zu erleichtern und mehr Freude am Skifahren zu ermöglichen.“

          Dafür ist er viel auf Achse. Im Winter hat er es gut, denn der Einstieg zur Bergbahn liegt nur ein paar Ecken von seiner Wohnung in Garmisch entfernt. Zwischen Mai und Oktober allerdings fährt er fast jede Woche für zwei Tage ans Stilfser Joch. Auch hält er sich mehrmals im Jahr in den Vereinigten Staaten und Kanada auf, schaut sich in Neuseeland, Japan, Skandinavien und sämtlichen Alpenländern um: Stimmungen einfangen, Skibetrieb beobachten, Marktanalyse betreiben, Handel befragen, Anforderungen ergründen, die von Land zu Land ganz unterschiedlich sind. Selbst den größten Teil seines Urlaubs widmet der Völkl-Manager dem Skisport, arbeitet über die Weihnachtszeit hinweg daheim 60 Tage als Skilehrer und darüber hinaus als Skilehrer-Ausbilder und -Prüfer. Jüngst hat er an einem Entwicklungshilfeprojekt zum Aufbau einer Ausbildungsstruktur im Ski- und Bergsport Georgiens teilgenommen.

          Andreas Mann, Produktmanager für Alpinskier bei Völkl.

          Mann zog es schon immer mehr ins Gebirge als in die Großstadt. Seilbahnbau schwebte ihm während des Maschinenbau-Studiums an der TU München vor, doch führte sein Weg über das Thema seiner Diplomarbeit zum Bindungshersteller Marker, der ihn sogleich als Entwicklungsingenieur anstellte.

          Als sechs Jahre später die Position des Produktmanagers beim zur selben Unternehmensgruppe gehörenden Skihersteller Völkl frei wurde, war Mann mit der passenden Kombination von Qualifikationen zur Stelle: Hochschulausbildung, technischer Hintergrund und nicht zuletzt Skifahren auf allerhöchstem Niveau.

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