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Schreibtisch-Aufsätze im Test : Ein Stehpult für wenig Geld

  • -Aktualisiert am

Room in a Box hat den günstigsten Schreibtisch-Aufsatz im Test. Bild: Stefan Finger

Am Schreibtisch sitzen – das war einmal. Wer seinem Rücken Gutes tun will, muss am Schreibtisch auch mal stehen. Das geht auch ohne viel Aufwand mit Aufsätzen für den normalen Schreibtisch. Aber welcher ist gut und günstig? Ein Test.

          Marcel Breuer war seiner Zeit voraus, als er 1935 den Thonet S 285 entwarf – einen Schreibtisch von stilprägender Bauhaus-Eleganz. Ein zeitloses Möbel, das mit schlichter Sachlichkeit bis heute Büroarbeiter begeistert. Mehrere tausend Euro kostet der Tisch je nach Ausführung.

          Doch in einem Punkt unterscheidet sich der Thonet S 285 nicht vom Ikea-Möbel oder der Holzplatte auf zwei Böcken. Wie jeder Schreibtisch zwingt auch Breuers Entwurf seine Nutzer auf einen Stuhl – und das ist auf Dauer Gift für den Rücken. Er wird in eine krumme Position gedrängt, die ihn Bandscheibe für Bandscheibe zu ruinieren droht.

          Eine gute Sitzposition hilft dagegen – und immer wieder mal im Stehen zu arbeiten. Den regelmäßigen Wechsel zum aufrechten Arbeiten ermöglichen höhenverstellbare Schreibtische, an denen sich im Sitzen und im Stehen arbeiten lässt. Günstige Modelle kosten um die 500 Euro.

          Wer sich vom geliebten Erbstück aus Kirschbaumholz nicht trennen will oder Geld sparen möchte, kann auch das bestehende Büromöbel aufrüsten. Ab knapp 50 Euro gibt es Aufsätze, mit denen der Schreibtisch neue Höhen erreicht. Am Markt sind einfache Pappboxen bis hin zu höhenverstellbaren Konstruktionen aus Holz und Metall.

          Koloss mit üppiger Fläche

          Die F.A.S. hat, begleitet vom Sportwissenschaftler und Ergonomieberater Daniel Przybilla, vier Modelle an einem Schreibtisch getestet, wie ihn die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt: Die Arbeitsplatte ist 1,60 Meter breit und 80 Zentimeter tief.

          Als Erstes muss sich der höhenverstellbare Aufsatz von Bakker Elkhuizen beweisen. Er kostet bei Amazon etwa 370 Euro und ist damit das teuerste Modell im Test. Um das 23 Kilogramm schwere Konstrukt auf den Schreibtisch zu hieven, sollten zwei Personen anpacken. Die separate, etwas unterhalb der Arbeitsplatte gelegene Tastaturablage muss noch verschraubt werden, so dass der Aufbau aufwendiger ist als bei den anderen Produkten im Test und schon mal eine Viertelstunde dauern kann. Mit knapp 90 Zentimeter Breite und mehr als 50 Zentimeter Tiefe passt der Bakker-Elkhuizen-Koloss nicht auf kleinere Schreibtische. Doch dank der üppigen Fläche findet alles, was der Büroarbeiter braucht, auch Platz.

          In der Ausgangsposition steht der Computermonitor erhöht, die Tastatur bleibt auf der Ablage nahezu auf Schreibtischhöhe. Zwei Hebel an den Seiten bringen die Arbeitsfläche ohne großen Kraftaufwand auf ein höheres Niveau. Leicht rastet die Arbeitsplatte in eine der 13 Höhenstufen ein. Das reicht – auch wenn der Hersteller eigentlich 15 Stufen verspricht. Der Aufsatz bleibt auch stabil, wenn ein Kollege dagegen rempelt. Grundsätzlich wichtig: Wer seine Arbeitsfläche aufbockt, muss darauf achten, dass die Kabel zum Computer lang genug sind. Sonst reißen diese den Monitor beim ersten Hochfahren vom Tisch.

          Winzige Tastaturablage, nichts für große Menschen

          Der Schreibtischaufsatz vom Hersteller Homcom ähnelt dem Aufsatz von Bakker Elkhuizen, kostet aber nur knapp die Hälfte. Auch dieses Modell ist vergleichsweise groß und schwer und verlangt beim Aufstellen etwas handwerkliches Geschick. Im Einsatz fällt rasch auf, weshalb der Aufsatz wesentlich günstiger ist: Zwar ist die obere Arbeitsfläche für Monitor und Dokumente ähnlich groß wie die des Konkurrenten. Auf die Tastaturablage passt allerdings kaum noch ein Mauspad, und es bleibt wenig Platz, um die Handballen abzulegen. „Das kann bei regelmäßiger und längerer Arbeit am Computer zu Beschwerden in Händen und Armen führen“, sagt Ergonomieberater Przybilla.

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