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Ständige Erreichbarkeit : IG-Metall-Chef fordert Handy-Aus-Regeln

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Arbeitnehmer sollen E-Mails auf dem Smartphone nach Feierabend nicht mehr checken müssen, so will es der neue IG-Metall-Chef. Bild: dpa

Der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel fordert ein Gesetz gegen Handy-Stress. Damit solle die Koalition unterbinden, dass Arbeitnehmer nach Feierabend Nachrichten von ihren Chefs aufs Smartphone bekommen.

          Der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel fordert gesetzliche Regelungen, die SMS- und E-Mail-Verkehr nach Feierabend und an Wochenenden unterbinden sollen. „Die Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sind“, sagte Wetzel der „Bild“-Zeitung. Es gebe ein Recht auf planbare Freizeiten.

          „Die neue Koalition muss hier strenge Regeln gegen Stress im Job und zu Hause vereinbaren.“ Es sei „unzumutbar“, dass immer mehr Beschäftigte nach Feierabend und an Wochenenden E-Mails oder SMS von Vorgesetzten bekommen.

          Die Debatte über Stress von Arbeitnehmern durch ständige Erreichbarkeit auf dem Smartphone schwelt schon länger. Auch die Bundesarbeitsministerin hat sich auf die Fahnen geschrieben, etwas dagegen zu tun. Ursula von der Leyen (CDU) startete einen ersten Vorstoß für klarere Regeln zum Umgang mit dienstlichen Nachrichten Mitte vergangenen Jahres. Sie beschränkte sich aber auf Appelle an Arbeitgeber; eine entsprechende Verschärfung des Arbeitschutzgesetzes wollte die Ministerin dann doch nicht. Etwa ein Jahr später führte sie einen Kodex zum Umgang mit Smartphones in ihrem eigenen Ministerium ein.

          In einzelnen Wirtschaftsunternehmen gibt es auch schon Regeln gegen Handy-Stress: Bei VW etwa werden nach Dienstschluss keine Mails weitergeleitet. Die Telekom fordert ihre Mitarbeiter auf, in der Freizeit berufliche Telefonate und Schreiben zu unterlassen. Bei Eon, Puma oder BMW gibt es ebenfalls Beschränkungen.

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