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Handwerk : Ausbildung für Tausende Flüchtlinge

Handwerksausbildung für Flüchtlinge: Vorbereitende Praktika sollen den Weg ebnen. Bild: ZB

Das Handwerk sucht Nachwuchs, Flüchtlinge sind eine Chance. 1000 von ihnen bereiten sich schon auf eine Ausbildung vor. Doch geht es schnell genug mit der Integration?

          Etwa 1000 junge Flüchtlinge bereiten sich im Handwerk derzeit im Zuge eines neuen Praktikumsprogramms auf eine Berufsausbildung vor. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erwartet für die kommenden Monate einen weiteren starken Anstieg der Teilnehmerzahl und sieht zugleich auch ein großes Interesse der Betriebe und Kammern, wie ein Sprecher der F.A.Z. sagte. Das Programm, an dem Bundesagentur für Arbeit und Bundesbildungsministerium mitwirken, unterstützt Flüchtlinge nach Abschluss ihres Integrationskurses bei der Berufswahl und stimmt sie auf die Anforderungen im Lehrverhältnis ein.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Insgesamt sollen auf diesem Weg innerhalb zwei Jahren 10000 junge Flüchtlinge zu einer Lehrstelle im Handwerk kommen. In dem auf vier bis sechs Monate angelegten Praktikumsprogramm, das unter der Regie von Arbeitsagenturen und Jobcentern läuft, üben sie nach einer ersten Fähigkeitanalyse etwa den Umgang mit berufstypischen Werkstoffen, zugleich erhalten sie weitere Sprachförderung und Hilfe zur Lebensführung in der fremden Umgebung. Danach, so das Konzept, können sie entweder direkt in eine Ausbildung einsteigen, oder es schließt sich als weitere Förderstufe eine vertiefende Berufsorientierung in den Bildungszentren des Handwerks an.

          Die Förderung soll auch dafür sorgen, dass Ausbildungsbetriebe gut vorbereitete Bewerber bekommen und sich ihr Zusatzaufwand für die Betreuung Jugendlicher aus fernen Ländern in Grenzen hält. „Wenn die Flüchtlinge im Betrieb sind und sehen, wie Fachkräfte arbeiten und welchen Lebensstandard sie haben, dann ist das lehrreich und zugleich motivierend“, hofft Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU), die für das Programm 20 Millionen Euro bereitstellt.

          Geht es schnell genug mit der Integration?

          Bei aller Zuversicht gibt es aber auch Forderungen, die Ausbildungsvorbereitung noch breitenwirksamer und praxisnäher zu gestalten. Dazu hat der Verband „Die Familienunternehmer“ ein eigenes Konzept entwickelt: Betriebe, die Flüchtlingen eine Chance geben und sie auf eine Lehre vorbereiten, sollen dazu einen Dienstleistungsvertrag mit dem Staat abschließen können. Auf dieser Grundlage würden sie dann gegen eine Aufwandspauschale von beispielsweise 1000 Euro im Monat viele jener Aufgaben übernehmen, die sonst vor allem bei den Hartz-IV-Jobcentern liegen: vertiefende Sprachkurse organisieren, aber auch bei der Wohnungssuche helfen und praktische Unterstützung in Behördenangelegenheiten geben – das alles mit täglicher Anbindung an Betrieb, Kollegen und die normale Arbeitswelt.

          Die Familienunternehmer legen Wert darauf, dass die Aufwandsentschädigung kein Geschäftsmodell werden solle, sondern nur einem gewissen Ausgleich für Zusatzaufwand diene. „Unsere große Sorge ist, dass die Integration der Flüchtlinge nicht schnell genug und nicht umfassend genug gestartet wird“, betont Präsident Lutz Goebel. Auf staatlicher Seite seien dabei dezentrale Strukturen sinnvoll: Partner des Dienstleistungsvertrags könnten die Kommunen sein, meint der Verband. Sie könnten im Alltag am besten entscheiden, in welchen Fällen dieser Weg besonders sinnvoll sei.

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