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Führungskräfte : Wie viele Manager mit einem Stellenwechsel liebäugeln

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Lebenslauf unterschreiben - und tschüss? Tatsächlich wollen viele Führungskräfte wechseln. Bild: Picture-Alliance

Muss man Managern wirklich so viel zahlen, um sie im Unternehmen zu halten? Eine Studie hat jetzt untersucht, wie viele Führungskräfte gedanklich auf dem Sprung zu einem anderen Arbeitgeber sind.

          Kritik an hohen Managergehältern ist ein Dauerthema. Ein Argument ist dabei meist schnell bei der Hand: Die hohen Vergütungen von Führungskräften seien einfach nötig, um sie im Unternehmen zu halten. Ob das stimmt? Zu dieser Frage liefert nun eine neue Untersuchung Anhaltspunkte.

          Die Personalberatung Odgers Berndtson hat 1757 Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihrer Wechselbereitschaft befragt. Und die ist in der Tat hoch: 40 Prozent halten einen Wechsel innerhalb des kommenden Jahres für wahrscheinlich und nur knapp ein Viertel der Befragten schließt einen Stellenwechsel in naher Zukunft für sich aus.

          Eine überraschende Nachricht dieser Studie ist aber: Unzufriedenheit kann die hohe Wechselbereitschaft nicht allein erklären: 77 Prozent der befragten Manager sind mit ihrer aktuellen Position zufrieden und unter den Wechselbereiten sind es immer noch die Hälfte. Die Studienautoren erklären das mit dem Wunsch nach einem weiteren Karriereschritt, der dazu beitrage, dass auch zufriedene Führungskräfte eine neue Stelle außerhalb ihres Unternehmens in Betracht ziehen.

          Unternehmensberater treuer als gedacht

          Und welche Branchen sind besonders anfällig für häufige Verluste von Leuten aus der Chefetage? Die Konsumgüterbranche führt der Untersuchung zufolge die Liste an: Dort können sich 50 Prozent der Führungskräfte vorstellen, ihr Unternehmen für eine neue Herausforderung an anderer Stelle zu verlassen.

          Auch in der Pharma- und Medizinbranche ist die Wechselbereitschaft offenbar hoch. Hier liegt sie der Studie zufolge bei 45 Prozent der Führungskräfte. Fester im Sattel sitzen demnach vor allem Führungskräfte aus dem öffentlichen Sektor, die nur zu 29 Prozent weg von ihrer derzeitigen Stelle wollen.

          Relativ niedrig ist die Wechselbereitschaft überraschenderweise auch bei Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern: Obwohl diese Stellen im Ruf stehen, stressige Sprungbretter für andere Jobs in der Industrie zu sein, geben hier nur 33 Prozent an, prinzipiell für einen Wechsel bereit zu sein. Ein möglicher Grund könnte sein, dass Führungskräfte befragt wurden und viele Mitarbeiter aus Prüf- und Beratungsgesellschaften schon in jungen Jahren wechseln - vor der Managementkarriere.

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