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Fremdsprachenkenntnisse : Ohne Englisch geht es nicht

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Zum Englisch-Wörterbuch sollten Ingenieure tunlichst nicht allzu oft greifen müssen Bild: dpa

Fremdsprachenkenntnisse stehen bei Arbeitgebern oben auf der Liste. Das gilt auch und besonders für Ingenieure. Nicht nur Sprachkompentenz allein ist wichtig, auch der sensible Umgang mit fremden Kulturen gehört für einen Ingenieur dazu.

          Wer Amerikanern aufgrund von fehlenden Fremdsprachenkenntnissen den Smalltalk verweigert, macht einen sehr schlechten Eindruck. In China zu erwähnen, dass man Japan toll findet, grenzt an beruflichen Selbstmord - auch umgekehrt. Solche Fauxpas können für Unternehmen teuer werden, wenn sich Kunden kulturell beleidigt fühlen, sind die Wogen oft nur schwer zu glätten. Vor allem für Ingenieure ist es wichtig, sensibel mit den Eigenarten anderer Kulturen umgehen zu können. Sie gehören zu einer Berufsgruppe, die besonders oft mit dem Ausland zu tun hat. „Den Mittelständler, der nur auf den deutschen Markt ausgerichtet ist, gibt es kaum noch“, sagt Tanja Schumann vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI). „Fremdsprachenkompetenz steht bei Unternehmensbefragungen als Einstellungskriterium immer oben auf der Liste“, sagt Schumann.

          Fremdsprachen zu beherrschen ist aber nicht nur wichtig, wenn es darum geht, Kunden oder Kollegen Maschinen oder technische Prozesse zu erklären. Sie helfen auch, sensibler mit anderen Kulturen umzugehen. Wenn westliche Projektleiter zum Beispiel ein Mitglied eines ostasiatischen Teams besonders loben, führt das zu absoluter Demotivierung und Beleidigung der restlichen Gruppe. Aber auch andersherum kann es zu Missverständnissen kommen. In Lateinamerika zeugt es von besonderem Interesse, den Gesprächspartner zu unterbrechen. Deutsche fühlen sich dadurch schnell beleidigt.

          „Wer seine Unterlagen auf Englisch verfasst, macht einen guten Eindruck“

          Ingenieure, die sich in großen Unternehmen bewerben, müssen daher oft schon vor dem Vorstellungsgespräch Englischkenntnisse vorweisen. „Wer seine Unterlagen auf Englisch verfasst, macht einen guten Eindruck“, sagt Susan Theurer-Reisberg, Englischprofessorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft in Hamburg. Sie empfiehlt Studenten, zumindest einen englischsprachigen Lebenslauf beizulegen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch aber wird der Bewerber auf seine Fremdsprachenkenntnisse geprüft. Darauf reagieren auch die Hochschulen: Kurse in technischem Englisch sind mittlerweile oft Pflicht. Schumann empfiehlt Studenten, sich auch mal in englische Vorlesungen anderer Fächer zu setzen, um noch besser zu werden.

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          Vielen angehenden Ingenieuren fällt das Englischlernen jedoch schwer. Dass technisch begabte Menschen weniger sprachbegabt sind, hält Theurer-Reisberg zwar für einen Mythos, sie beobachtet aber bei vielen Studenten Selbstzweifel und Hemmungen. Die Angst vor Peinlichkeiten und schlechter Aussprache hindere sie daran, frei zu reden. Sie empfiehlt, täglich im Internet Podcasts (Hörstücke) herunterzuladen und Nachrichtenseiten auf Englisch zu lesen. Sobald die Mauer der Unsicherheit gebrochen sei, werde es schnell einfacher. Am Ende eines 28-wöchigen Kurses in technischem Englisch sind die meisten Studenten in der Lage, Präsentationen abzuhalten, ohne dabei Schweißperlen auf der Stirn zu bekommen.

          Am besten lernt es sich vor Ort

          Schwierig ist der Umgang mit Fremdsprachen auch für bereits berufstätige Ingenieure. Sie kamen lange Zeit auch ohne Englischkenntnisse zurecht und haben jetzt Nachholbedarf. Viele große Unternehmen kooperieren mit Sprachinstituten, um ihre Mitarbeiter zu schulen. Aber trotz Fachkräftemangels bleiben Stellen unbesetzt, weil Kommunikations- und Fremdsprachenkenntnisse fehlen. „Ingenieure müssen sich nicht nur in technischen Kompetenzen weiterbilden, sondern auch in sprachlichen“, sagt Schumann. Dafür gibt es Lernprogramme und Kurse speziell für technisches Englisch. Das Magazin „Engine“ versucht, seinen Lesern mit Fachlektüre die fehlenden Kenntnisse zu vermitteln.

          Am besten lernt man fremde Sprachen und Kulturen aber immer noch vor Ort kennen. Theurer-Reisberg rät Studenten deshalb, sich für Praktika im Ausland zu bewerben. „Auslandsaufenthalte sind unbezahlbar.“ Diese Chance nutzen allerdings nur wenige. Eine Befragung des VDI aus dem Jahr 2006 ergab, dass ein Jahr nach dem Examen über 70 Prozent der Ingenieure mit Bachelor noch keinen Auslandsaufenthalt vorweisen konnten.

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