https://www.faz.net/-gyl-8zrux

Für Familien : Unions-Frauen wollen mit Arbeitszeitkonten punkten

  • Aktualisiert am

Manchmal braucht’s mehr Zeit für die Familie. Die Pläne der Frauenunion tragen dem Rechnung. Bild: obs

Auch die Union will bei Familien punkten – mit Arbeitszeitkonten. Das jedenfalls propagiert jetzt die Frauenunion und will die Konten schon bald nach einem möglichen Wahlsieg schaffen. Dabei klingt das im CDU-Wahlprogramm ein wenig anders.

          Arbeitszeit ansparen und dann vom Guthaben Gebrauch machen, wenn mehr Freizeit dringend nötig ist – danach sehnen sich viele Familien. Schließlich gibt es Phasen, in denen Kinder besondere Aufmerksamkeit brauchen und familiäre Ereignisse, auf die man flexibel reagieren muss.

          Mit Rücksichtnahme auf diese Bedürfnisse versucht nun die Union zu punkten: Die Frauenunion dringt auf die Einführung von Arbeitszeitkonten für Familien. Sie sei optimistisch, dass Familienzeitkonten nach der Bundestagswahl zügig eingeführt werden könnten, sagte die Vorsitzende der Frauenunion, Annette Widmann-Mauz (CDU), der Zeitschrift „Focus“.

          Ähnlich wie bei einem Girokonto soll es demnach mit Hilfe der Familienzeitkonten möglich sei, Arbeitszeit anzusparen und bei Bedarf abzubuchen. Ein neues digitales Bürgerportal soll demnach Daten aus gesetzlichen Zeitguthaben wie Elternzeit oder Familienpflegezeit mit Tarifleistungen wie Urlaub zusammenführen. Die angesparte Zeit sollen Familien nicht nur als Freizeit, sondern auch für Weiterbildungen nutzen können.

          Wo die Konten angesiedelt werden sollen, ist noch unklar

          Die Frauenunion der CDU will ein solches Familienzeitkonto bei einer zentralen Stelle ansiedeln, um die Übertragbarkeit von Ansprüchen und einen Schutz der Familien bei Insolvenzen von Unternehmen zu sichern. Ob Familienzeitkonten am Ende beim Finanzamt, bei der Rentenversicherung oder anderswo verwaltet werden, sei noch offen, hieß es. Im Wahlprogramm von CDU und CSU ist nur von einem Prüfauftrag für die Schaffung von Familien- und Lebensarbeitszeitkonten die Rede. Auch die SPD hat das Konzept der Familienarbeitszeit in ihrem Wahlprogramm.

          Widmann-Mauz warnte, dass zu „starre Arbeitszeitkorridore“ Eltern bevormunden würden. „Wir wollen ihnen mehr individuelle Flexibilität ermöglichen – von der Geburt der Kinder bis zur Pflege ihrer Eltern“, sagte sie. Mit den Tarifpartnern sollten entsprechende Modelle ausgearbeitet werden.

          Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bezeichnete die Pläne als „Instrument zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung“. Allerdings müsse immer die Situation von kleinen und mittleren Betrieben sowie der jeweiligen Branche berücksichtigt werden, heißt es in einer Stellungnahme.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Justizminister David Gauke

          Wegen Johnson : Britischer Justizminister kündigt Rücktritt an

          Sollte Boris Johnson Premierminister werden, will David Gauke sein Amt niederlegen. Ein No-Deal-Brexit, wie ihn Johnson verfolge, bedeute seiner Meinung nach eine nationale „Demütigung“, die er nicht unterstützen könne.
          Feierliches Rekrutengelöbnis und Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime

          Wegen Sicherheitsbedenken : Bundeswehr weist extremistische Bewerber ab

          Seit 2017 wird jeder potentielle Neusoldat durchleuchtet. Von mehr als 43.000 Bewerbern sind bisher 63 abgelehnt worden, darunter Neonazis, Islamisten und andere „Gewaltbereite“. Es gibt eine Vermutung, warum es nicht mehr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.