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#FiveJobsIHaveHad : Früher hab ich auch mal gekellnert

Kellnern während des Studiums? Davon können viele berichten. Bild: dpa

Seit kurzem posten viele Menschen auf Twitter in kurzen Stichwort-Listen fünf Jobs, die sie in ihrem Leben einmal hatten. Was soll denn das nun wieder?

          Teile deine fünf Lieblingsbücher, schreibe etwas zu deinen fünf Top-Alben deiner Kindheit, markiere deine fünf besten Freunde. Mehr oder weniger sinnvolle Listen in den sozialen Netzwerken zu posten, hat mittlerweile Tradition. Derzeit präsentieren viele Twitter-Nutzer unter #FiveJobsIHaveHad ihren beruflichen Lebenslauf.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          So lernen wir, dass FDP-Politiker Konstantin Kuhle in seiner Jugend ganz klassisch Zeitungen ausgetragen und Rasen gemäht hat, bevor er dann Zivildienst in der Altenbetreuung machte und sich im Studium dann wohl als Nachhilfelehrer etwas dazu verdiente. Der Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic, Moritz Hürtgen, dokumentiert dagegen in seiner Aufzählung seine „größten Coups“. Unter anderem hatte er via Twitter mit dem vermeintlichen Namen „hr Tagesgeschehen“ während der Krise zwischen CDU und CSU eine angeblich beschlossene Auflösung der Fraktionsgemeinschaft verkündet. Einige Nachrichtenseiten und Agenturen fielen darauf herein und mussten den Fauxpas wenig später eingestehen und korrigieren. Punkt fünf sei noch geheim, schreibt Hürtgen – die nächste Aktion dürfte also in naher Zukunft folgen.

          Durchaus interessant ist, was Microsoft-Manager Joe Belfiore gepostet hat. So hat er offenbar früher einmal wenig erfolgreich bei McDonalds Burger gebraten und im Team der ISS an Codes zur Ergründung der Varianz beim mathematischen Verfahren Kalman-Filter gearbeitet – was das eigentlich sei, wisse er heute allerdings nicht mehr.

          Ein User namens „Anwaltsgelaber“ greift dagegen das Cliché des Sohnes aus reichem Hause auf. Seine Liste ist entsprechend eintönig:

          Der Duden-Verlag nutzt den Twitter-Trend um auf seine Kernkompetenzen hinzuweisen, während Arte ein wenig gegen RTL stichelt und sich abschließend gleich auch noch selbst auf die Schippe nimmt:

          „Im Prinzip ist das Phänomen eine lustige Spielerei auf Twitter“, sagt der Personalfachmann Wolfgang Jäger von der Hochschule Rhein-Main. „Aber es könnte tatsächlich ein ernster Kern darin stecken.“ Jäger glaubt, dass die unzähligen Posts auf Twitter das Bedürfnis vieler Bewerber darstellen, etwas über ihr geradliniges Lebenslauf-Profil hinaus über sich zu erzählen.

          „Ich selbst könnte da hinschreiben, dass ich mal gekellnert habe, Schlafwagenschaffner war und zur See gefahren bin“, sagt der Personalexperte. „Das würde einem Arbeitgeber durchaus signalisieren, dass ich etwas über Dienstleistungskultur gelernt habe. Wenn der Kellner nicht lächelt, kriegt er im Zweifel kein Trinkgeld.“ Jäger glaubt, dass es Arbeitgebern nicht schaden würde, auch auf Kompetenzen jenseits dessen zu gucken, was im Bewerbungsprozess derzeit meist möglichst lückenlos und stromlinienförmig von den Kandidaten geschildert wird. Seiner Meinung nach stünde es vielen Personalabteilungen gut zu Gesicht, nach alten Studenten- und Aushilfsjobs zu fragen, um mehr über die Persönlichkeit von Bewerbern zu erfahren.

          Die Analyse des Fachmanns teilt auch Lars Weisbrod, seines Zeichens Feuilleton-Redakteur bei der Zeit. Nur sieht er weniger den möglichen Nutzen, als den Versuch zu beweisen, dass man doch durchaus bodenständig sei. Dementsprechend sieht seine Liste so aus:

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