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F.A.Z. exklusiv : „Das 148-fache eines Facharbeiters – so viel kann keine Arbeit wert sein“

Arbeitsort Erfurt: Ingrid Schmidt Bild: dpa

Im Gespräch mit der F.A.Z. kritisiert die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts exorbitant hohe Managergehälter. Auch an Arbeitnehmer appelliert sie.

          In der Diskussion um die Höhe von Managergehältern bezieht Ingrid Schmidt, Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts (BAG), klare Position: „Wenn ein Vorstandsvorsitzender das 148-fache eines Facharbeiters verdient, dann wird das eben nicht mehr als gerecht empfunden – so viel kann keine Arbeit wert sein“, sagt Deutschlands höchste Arbeitsrichterin im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Montagsausgabe). Zudem ruft Schmidt Arbeitnehmer dazu auf, in ihrer Freizeit keine beruflichen Mails zu lesen.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kaum ein Rechtsgebiet ist so stark politischen Einflüssen ausgesetzt wie das Arbeitsrecht. Dennoch spürt man am BAG wenig Auswirkungen des Wahlkampfs. Die Lohngerechtigkeit spiele in Verfahren am BAG kaum eine Rolle, sagt Schmidt im F.A.Z.-Gespräch.

          Die Höhe von Managergehältern sei keine juristische, sondern eine Gerechtigkeitsfrage. Diejenigen, die für diese Verträge verantwortlich seien, also die Gesellschafter, müssten sich darüber im Klaren sein, welche Wirkung exorbitante Gehaltszahlungen im zweistelligen Millionenbereich hätten.
          Schmidt kritisiert zudem die ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern in vielen Unternehmen. „Das jetzige Arbeitszeitrecht kommt an seine Grenzen“, sagt die Gerichtspräsidentin. Niemand müsse in seiner Freizeit andauernd berufliche Mails checken. Deutsche Unternehmen müssten über ihre Arbeitszeitkultur nachdenken.

          Auch Arbeitnehmer sind laut Schmidt in der Verantwortung. Sie müssten im Zweifel eben darauf hinwirken, dass sie „zum Beispiel für 38 Stunden bezahlt werden und dafür ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen müssen – mehr aber auch nicht“, sagt Schmidt im Gespräch mit der F.A.Z. Das BAG verhandelt in den kommenden Wochen eine Klage eines Betriebsrats der Deutschen Telekom. Der Konzern soll sich verpflichten, das Abrufen dienstlicher Mails außerhalb der Arbeitszeit aktiv zu verhindern.

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