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Entgelttransparenzgesetz : Nur sieben Prozent haben bisher Gehaltsvergleich angefordert

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Flyer zum Equal Pay Day. Der Aktionstag wird in Deutschland am 18. März begangen Bild: dpa

Nur wenige Arbeitnehmer machen vom Entgelttransparenzgesetz Gebrauch. Mit dem Gesetz soll die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verringert werden. Die hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr aber gar nicht verändert.

          Seit knapp 14 Monaten ist das Entgelttransparenzgesetz zur Abfrage von Gehaltsunterschieden in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten in Kraft. Mit seiner Hilfe soll das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchgesetzt werden. Doch nur sieben Prozent der Beschäftigten haben bislang überhaupt einen solchen Gehaltsvergleich angefordert. Und lediglich zehn Prozent glauben, dass das Gesetz die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen tatsächlich verringern wird. Das zeigt eine aktuelle nicht repräsentative Umfrage der Gehaltsdatenbank Compensation Partner. Demnach haben nur 22 Prozent der Arbeitnehmer in Zukunft vor, von dem Gesetz Gebrauch zu machen.

          Das Entgelttransparenzgesetz zielt auf die Verringerung der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ab. Die unbereinigte Lohnlücke, auch Gender Pay Gap genannt, hat sich im vergangen Jahr kaum verändert. Das zeigen aktuelle Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag anlässlich des Equal Pay Day am 18. März vorstellte. Demnach lag 2018 der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Frauen bei 17,09 Euro und damit 21 Prozent geringer als der von Männern mit 21,60 Euro. Der Gender Pay Gap beschreibt die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer. Der Equal Pay Day ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen.

          Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatte Anfang März gemeldet, der bereinigte Gender Pay Gap, also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen mit Einbezug von Faktoren wie etwa  Branche, Position und Berufserfahrung, schrumpfe: Zwischen 2010 und 2014 sei diese um 1,9 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent gesunken. Außerdem sei diese bereinigte Lohnlücke in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in Europa gering. In Estland etwa ist die Gehaltslücke mit 16,7 Prozent besonders groß. Der bereinigte Gender Pay Gap misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Es ist davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn mehr Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, etwa Angaben zu Erwerbsunterbrechungen.

          58 Prozent der Frauen fühlen sich nicht fair bezahlt

          Die Befragung von Compensation Partner zeigt zudem, dass sich etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten grundsätzlich fair bezahlt fühlen. Werden hier jedoch nur die Frauen befragt, fühlten sich 58 Prozent nicht fair bezahlt. Bei den Männern sind es 40 Prozent.

          Etwa ein Drittel der Befragten unabhängig des Geschlechts sagten zudem, dass sie nicht glaubten, dass das Entgelttransparenzgesetz die Lohnlücke zwischen Männer und Frauen zu verringern helfe. Als Grund dafür gab etwa die Hälfte von diesen an, dass keine rechtlichen Konsequenzen bei einer zu hohen Lohnlücke greifen, der Arbeitgeber also zu keinen Maßnahmen gezwungen wird. Mehr als die Hälfte traute sich bei der Frage, ob das Entgelttransparenzgesetz die Lohnlücke verringern könne, keine Einschätzung zu. Nur einer von zehn sagte, das Entgelttransparenzgesetz könne dabei helfen.

          Für die Studie von Compensation Partner wurden mehr als 700 Beschäftigte zwischen Mitte Februar und Anfang März befragt. 35 Prozent der Befragten waren weiblich.

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