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Entgeltlücke in Mint-Berufen : Was Frauen verdienen und Männer bekommen

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Projektleiterinnen in der IT verdienen in den Mint-Berufen am besten. Bild: dpa

Auch Frauen erobern langsam aber sicher die Männerdomäne der Mint-Berufe. IT-Fachfrauen, Ingenieurinnen oder Naturwissenschaftlerinnen verdienen dabei gut - aber dennoch zu wenig.

          Akademikerinnen, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik arbeiten, also den sogenannten „Mint“-Berufen, verdienen zwar im Vergleich zu anderen Branchen recht gut. Dennoch erhalten sie weniger Gehalt, als ihre männlichen Kollegen in der gleichen Position.

          Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals gehalt.de hervor. Für die Untersuchung hat das Portal die Datensätze von 5.525 Frauen und Männern ohne Personalverantwortung der letzten zwölf Monate untersucht.

          Für Akademikerinnen aus dem Mint-Bereich ist ein Job in der IT besonders lukrativ: Hier verdienen weibliche Fachkräfte als Beraterinnen rund 60.800 Euro im Jahr, in der Projektleitung gut 63.800. Ihre männlichen Kollegen beziehen allerdings knapp 11.600 Euro mehr. Somit beträgt die Entgeltlücke circa 18 Prozent.

          Gehaltsdifferenz von bis zu 25 Prozent

          Ingenieurinnen im Vertrieb wiederum beziehen laut der Auswertung ein Jahreseinkommen von rund 60.800 Euro und somit 14.900 Euro weniger als Männer in dieser Berufsgruppe. Hier liegt laut der Auswertung mit fast 25 Prozent die höchste Entgeltlücke vor.

          Auch in der technischen Forschung und Entwicklung (F&E) sowie im Produktmanagement ist die Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern verhältnismäßig hoch: In diesen Bereichen beträgt die im Englischen als „Gender Pay Gap“ bekannte Differenz jeweils 22 bis 23 Prozent bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 56.505 Euro (F&E) und 60.276 Euro (Produktmanagerinnen).

          Als Regulatory-Affairs-Managerinnen beziehen Frauen wiederum mit 60.500 Euro im Jahr ebenfalls ein vergleichsweise hohes Einkommen, hier beträgt die Entgeltlücke aber immerhin nur noch gut neun Prozent. Als Test- und Versuchsingenieurin erhalten sie 58.500 Euro im Jahr und somit knapp fünf Prozent weniger, als ihre männlichen Kollegen. Als Beschäftigte in der medizinischen Forschung ist die Differenz zwischen dem Gehalt von Frauen und Männern mit knapp 15 Prozent bei 59.567 Euro im Jahr wieder vergleichsweise hoch.

          Entgeltlücke nur ein Richtwert

          Zur Methodik der Erhebung fügte gehalt.de an, dass die unbereinigte Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland derzeit bei über 20 Prozent liege. Allerdings sage der unbereinigte Wert wenig aus, da die Analysten unterschiedliche Stellenprofile miteinander verglichen.

          Um eine exakte Aussage bezüglich der Entgeltlücke treffen zu können, müsse der Wert nach vielen Parametern bereinigt werden. In ihrer Auswertung seien lediglich der Beruf, die Personalverantwortung sowie das Studienfach berücksichtigt worden.

          Die Angaben seien somit nur als Richtwert zu verstehen. Im Jahr 2017 lag der weitgehend bereinigte Wert laut der Unternehmensberatung Compensation Partner beispielsweise bei 5,2 Prozent.

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