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Empfehlungen : Der Mitarbeiter als Headhunter

Xing setzt auf Empfehlungen von Mitarbeitern. Bild: dpa

Kennen Sie auch jemanden, der jemanden kennt, der genau auf die freie Stelle in Ihrem Unternehmen passt? Weil es vielen Leuten so geht, setzt Xing jetzt auf Hinweise aus dem eigenen Haus.

          Wenn Unternehmen offene Stellen haben, gibt es dafür einige Verbreitungswege. Viele Betriebe listen inzwischen Stellenanzeigen auf ihren Internetseiten auf, stellen ihre Gesuche auf Internetportalen ein oder schalten Inserate in gedruckten Medien. Eine Minderheit zapft dagegen bisher einen hausinternen Kanal an: die eigenen Mitarbeiter. Nach einer Erhebung der Universität Bamberg aus dem vergangenen Jahr setzen rund 28 Prozent der 1000 größten Unternehmen in Deutschland dezidierte Programme ein, über die Mitarbeiter Bewerber aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis empfehlen können. Weitere 20 Prozent avisieren solch ein Programm, die Mehrheit von fast 52 Prozent plant indes nicht, es zu nutzen.

          Viel Raum also für das Berufsnetzwerk Xing und seinen neuesten Zukauf. Mitte April hat die Xing AG für umgerechnet rund drei Millionen Euro die Schweizer Buddy Broker AG gekauft. Sollte sich der Kauf als Erfolg entpuppen, könnte der Kaufpreis auf bis zu 4,4 Millionen Euro steigen. Das Unternehmen aus Zürich bietet unter der Marke Eqipia ein softwaregestütztes Mitarbeiterempfehlungsprogramm an. Unternehmen können dafür Lizenzen erwerben. Tun sie das, können sich die Personalabteilungen einen Überblick verschaffen, welche Personen sich in den Xing-Netzwerkbekanntschaften der eigenen Mitarbeiter tummeln. Personalverantwortliche können dann gezielt einzelne Mitarbeiter aus dem Unternehmen bitten, einen bestimmten Kandidaten dem Netzwerk zu einer Bewerbung zu motivieren.

          Unternehmen erhoffen sich aufgeschlossene Bewerber

          „Wenn Mitarbeiter mögliche Bewerber für offene Stellen ansprechen, dann haben sie sich schon vorher Gedanken gemacht, ob diese auch zum Unternehmen passen“, sagt Thomas Vollmoeller, der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Xing AG. „Diejenigen, die sich dann tatsächlich bewerben, sind umgekehrt dem Unternehmen positiver aufgeschlossen. Dadurch erhöht sich die Treffergenauigkeit um ein Vielfaches, wenn es um die Besetzung offener Stellen geht.“

          Vollmoeller verweist auf ein Musterland der Mitarbeitertipps, die Vereinigten Staaten. Dort würden schon bis zu 40 Prozent der offenen Stellen über Empfehlungen besetzt. In Vollmoellers eigenem Unternehmen führen Hinweise aus der Mitarbeiterschaft bei jeder dritten Vakanz dazu, sie zu füllen. Auch deshalb ist Xing davon überzeugt, dass die Empfehlungskultur ein künftiger Umsatzträger für die Xing AG werden könnte.

          Sollte dieser Fall eintreten, würde sie zu einem ohnehin schon stattlichen Wachstum beitragen. Wie Xing am Mittwoch bekanntgegeben hatte, hat sich der Umsatz des Unternehmens in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 21 Prozent auf 34,3 Millionen Euro erhöht. Gut die Hälfte davon stammt aus Erlösen mit kostenpflichtigen Mitgliedschaften, deren Umsatz um 15 Prozent auf 18,3 Millionen Euro gewachsen sind. Die Sparte E-Recruiting mit Rekrutierungsinstrumenten für Unternehmenskunden, zu denen auch der Neuerwerb Eqipia zählen wird, steigerte ihren Umsatz um 28 Prozent auf 12,2 Millionen Euro.

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