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Eliteuni und Erfahrung : Die besten Gründer sind die Streber

Finleap-Gründer Ramin Niroumand ist ein deutscher Vorzeige-Gründer. Er hat als Jahrgangsbester Abitur gemacht und neben seinem Studium schon für Deloitte gearbeitet. Bild: Finleap

Wer ein richtig umsatzstarkes Start-up gründen möchte, bricht am besten das Studium ab und tüftelt in der Garage? Von wegen! Die besten Gründer haben ganz andere Lebensläufe.

          Es ist das Ziel aller Unternehmensgründer: später mal ein Einhorn zu werden. So werden jene Start-ups genannt, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Rund 230 gibt es davon auf der Welt, die Übernachtungsplattform Airbnb zählt dazu, der Streamingdienst Spotify ebenso. Aus Deutschland sind der Modehändler Zalando und der Essenslieferdienst Delivery Hero Teil dieses illustren Kreises.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Was unterscheidet deren Gründer von anderen? Dieser Frage haben sich die Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin und die Beratungsgesellschaft Argo Brainworks angenommen und die Lebensläufe der insgesamt 180 Gründer der 100 wertvollsten Einhörner auf der Welt analysiert. Ihr Fazit: Das Bild des genialen Studienabbrechers, der wie einst Apple-Gründer Steve Jobs in einer Garage an seiner großen Idee tüftelt, kommt in der Realität eher selten vor. Ein hoher Bildungsgrad und Erfahrung als Angestellter in Unternehmen sind dagegen die besten Voraussetzungen.

          Die Ergebnisse im Detail: Nur 5 Prozent der Einhorn-Gründer sind Studienabbrecher, die große Mehrheit hat dagegen einen Abschluss und davon wiederum die meisten in einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang (57 Prozent). Betriebs- und Volkswirte sind knapp ein Drittel, der Rest Naturwissenschaftler. Einige wenige Philosophen sind auch dabei. Und die Einhorn-Gründer haben nicht irgendwo studiert: 15 Prozent kommen von der amerikanischen Elite-Universität Harvard, 12 Prozent aus Stanford. Immerhin: Deutschland ist mit der WHU in Vallendar und drei von dort stammenden Gründern auch vertreten.

          Erfahrung hilft

          83 Prozent der Gründer legen nicht direkt nach der Uni los, sondern waren vorher schon einmal angestellt, wenn auch im Schnitt nur zweieinhalb Jahre. Und auch das Gründen selbst bedarf offenbar der Erfahrung: Mehr als die Hälfte hat vor ihrem Einhorn schon ein anderes Unternehmen gegründet, mancher sogar mehrere.

          Dass Gründen keine Frage des Alters ist, beweist nach der Studie David Hindawi: Er gründete erst mit 62 Jahren sein IT-Unternehmen Tanium und schaffte es damit in den Kreis der „Unicorns“. Der Versuch etablierter Konzerne, mit eigenen Start-ups Facebook & Co. Konkurrenz zu machen, geht dagegen noch nicht ganz auf: Nur 5 Prozent der Einhörner stammen bislang aus großen Unternehmen.

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