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Mehr Erfahrung, mehr Geld : Wenn sich das Gehalt fast verdoppelt

  • Aktualisiert am

Eine Versicherungsberaterin im Kundengespräch Bild: Picture-Alliance

Wer lange im Unternehmen ist, verdient auch mehr Geld als ein Berufseinsteiger. Wann und bei wem steigt das Gehalt besonders gut?

          Berufserfahrung zahlt sich aus. Das gilt nicht nur mit Blick auf eine gewisse Routine bei der Erledigung der tagtäglichen Aufgaben, sondern auch in Sachen Gehalt. Das Portal Gehalt.de hat nun verglichen, in welchen Berufen das Gehalt besonders stark oder eben schwach wächst – unterteilt in Akademiker und Beschäftige, die „nur“ eine Berufsausbildung haben. Für die Untersuchung haben die Autoren 22.795 Gehaltsdaten untersucht und die Median-Bruttojahresgehälter aufgelistet (50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter).

          Die größten Sprünge machen demnach Patentingenieure, Business Developer und Justitiare. Wobei die Autoren explizit darauf hinweisen, keine Beschäftigten mit Personalverantwortung berücksichtigt zu haben. Führungskräfte finden sich in der Auswertung also keine wieder. Patentingenieure können sich freilich auch so über einen Zuwachs um 94 Prozent freuen – von 50.050 Euro brutto auf 97.125 Euro, und das in rund neun Jahren. Beim Business Developer und Justitiar fällt der Zuwachs mit 84, respektive 75 Prozent etwas geringer aus.

          Die Autoren haben auch Akademikerberufe mit „geringem Gehaltsanstieg“ aufgelistet. Im Falle von Rechtsanwälten bedeutet „gering“ freilich immer noch 25 Prozent. Schon nach drei bis sechs Jahren sind es der Auswertung zufolge brutto fast 8000 Euro mehr, als zum Berufseinstieg (51.293 Euro). Nach neun Jahren kommen sie auf gut 64.000 Euro brutto im Jahr. Den größten Sprung machen in dieser Kategorie „Key Account Manager für Investitionsgüter“ und zwar von 65.578 Euro auf 94.741 Euro – ein Anstieg von 44 Prozent.

          Kaum Zuwachs bei gering bezahlten Berufen

          Bei Ausbildungsberufen, beziehungsweise daraus hervorgehenden Tätigkeiten steht der Firmenkundenbetreuer in der Bank besonders gut da. Um 63 Prozent (27.661 Euro) steigt das Gehalt über die Jahre. Das ist erst recht vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass schon das Einstiegsgehalt (43.900 Euro), deutlich höher ausfällt, als bei den in der Rangliste nachfolgenden Berufen. So kommen Versicherungsberater und System- / Netzadministratoren auf ein Plus von 49, bzw. 48 Prozent – jeweils ausgehend von einem Einstiegsgehalt um die 33.000 Euro brutto im Jahr.

          Wo indes schon Einstiegsgehalt und Lohnniveau generell niedrig sind, fallen auch die Steigerungen über die Jahre relativ bescheiden aus. Im Friseurhandwerk steht man nach neun Jahren im Beruf in der Regel nur mit sieben Prozent mehr da (Anstieg von 20.192 auf 21.515 Euro). Nur leicht erfreulicher sind die Aussichten für Kellner (Anstieg 22.894 auf 24.000 Euro) oder Kraftfahrer (Anstieg von 27.114 auf 29.553 Euro).

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