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Diversity-Management : Von wegen Gute-Laune-Programm

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Diversity-Management bei Bosch: Mitglieder des LGBTI-Netzwerk des Unternehmens während einer Veranstaltung Bild: Bosch

Diversity-Manager sind im Kommen – nicht aus Nettigkeit, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Immer mehr Unternehmen finden: Das lohnt sich.

          Ein Infostand und eine Waffelbar mit verschiedenen Waffeln und Toppings – so verschieden wie die Mitarbeiter. Das ist Teil des Diversitätsmanagements des Prüf- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

          Die Bar gehört zur sogenannten Diversity-Roadshow, bei der das Unternehmen mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen will: über Diskriminierung, Gleichstellung und darüber, wie das für alle funktionieren kann. „Ein Infostand allein reicht natürlich nicht“, sagt Eva Voß, Leiterin des Bereichs New Ways of Working bei Ernst & Young. „Diversitätsmanagement ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess.“ Es sei auch kein Gute-Laune-Programm, sondern notwendig, damit nicht Kompetenz verlorengehe.

          Trotzdem steht Diversitätsmanagement in Deutschland noch am Anfang. 2016 hatten noch zwei Drittel der deutschen Betriebe keine Maßnahmen zur Förderung von Diversität und bloß 19 Prozent planten welche. Das jedenfalls sagen Zahlen aus einer Studie der Charta der Vielfalt, einer Arbeitgeberinitiative für mehr Vielfalt in Belegschaften.

          Unter Diversitätsmanagement versteht man die Förderung und Unterstützung der sechs Kerndimensionen von Diversität: Alter, Religion, Geschlecht, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung und Behinderung. Immer häufiger wird gefordert, auch die Dimension „soziale Herkunft“ in das Modell mit einzubeziehen.

          „Alle sind betroffen“

          Bisher hätten vor allem große und internationale Konzerne darauf gesetzt, ihre Ressourcen damit optimal zu nutzen, aber auch an Universitäten und in kleineren und mittleren Unternehmen werde es jetzt wichtiger, sagt Andrea Dorothea Bührmann, Professorin und Direktorin des Instituts für Diversitätsforschung an der Universität Göttingen. Ziel sei es, zwischen den einzelnen Gruppen Chancengleichheit herzustellen.

          Außerdem solle Diversitätsmanagement Teams hervorbringen, die kreativer und innovativer sind. „Von Diversität sind alle betroffen“, sagt Bührmann. Gleichstellung von Mann und Frau sei nur ein Teil davon. Andreas Merx, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Diversity Management, hält Diversität neben der Digitalisierung und dem demographischen Wandel sogar für einen der Megatrends unserer Zeit.

          Im Diversitätsmanagement steht häufig das Finden von Synergien, die allen helfen, im Mittelpunkt. „Ein Meeting morgens um neun statt um 17 Uhr ist vielleicht für alle besser und nicht nur für diejenigen, die ihre Kinder abholen müssen“, sagt Bührmann. Ähnlich sehe es bei mobilitätsgerechten Gebäuden aus; die helfen nicht nur Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl, sondern auch denjenigen mit Rollator. „Eine inklusive Organisation versucht die Umwelt positiv zu beeinflussen“, sagt sie.

          Charta der Vielfalt unterschrieben

          Entscheidet sich ein Unternehmen bewusst für mehr Vielfalt, kann es die „Charta der Vielfalt“ des gleichnamigen Vereins unterschreiben. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Unternehmen unter anderem, Personalprozesse zu überprüfen und eine Organisationskultur mit gegenseitigem Respekt zu etablieren. „Früher lief Diversity Management bei vielen noch unter der Überschrift Corporate Social Responsibility und galt als ein ,Nice-to-have‘. Heute ist es ein Strategiethema“, sagt Stephan Dirschl, Sprecher der Charta für Vielfalt. 28 der 30 Dax-Konzerne haben unterschrieben, insgesamt gibt es mehr als 3200 Unterzeichner.

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