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Digitalisierung : Chefs sind mit Technologie oft überfordert

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Je nach genutztem Tool ist der Chef nicht unbedingt immer erreichbar. Bild: dpa

Sie experimentieren seltener und möchten sich lieber schulen lassen. Sie sind nicht so offen für neue Technik und haben am Althergebrachten weniger auszusetzen. Die Rede ist von Führungskräften - ausgerechnet im Zeitalter der Digitalisierung.

          Viele Chefs in Deutschland sind von digitalen Tools und Technologien überfordert. Das ist das Ergebnis einer neuen Befragung der Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting. Es herrsche ein genereller „Unwille“ in den Führungsetagen, neue Lösungen von sich aus in den Arbeitsalltag zu integrieren. Fast 40 Prozent der Führungskräfte warten stattdessen lieber ab, ob eine bestimmte Technologie tatsächlich ihre Arbeit erleichtert. Die Fachkräfte sind dagegen viel experimentierfreudiger; nicht einmal ein Viertel nimmt die abwartende Haltung der Chefs ein.

          Zur Egal-Haltung der Führungskräfte passt auch, dass nur ein Drittel glaubt, das eigene Unternehmen hinke bei der Aktualisierung digitaler Lösungen der allgemeinen Entwicklung hinterher. Bei den Fachkräften hingegen war knapp die Hälfte dieser Meinung. Es fehle die „Bereitschaft der Leitungsebene, altgewohnte Abläufe zu verändern“, schreiben die Unternehmensberater.

          Die Experimentfreude fehlt

          Für die Studie ließ die Beratung insgesamt 211 Angestellte und Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zu ihrer Haltung zum Thema Digitalisierung befragen. Die Erhebung bezog Unternehmen unterschiedlicher Branchen ein – darunter Finanzdienstleister, Energieversorger, Industrieunternehmen und Behörden; aber keine IT-Dienstleister oder Beratungsunternehmen.

          Heraus kam bei der Befragung auch, dass die Experimentierfreude der Chefs nicht gerade groß ist: 41 Prozent wenden digitale Tools ohne eine Schulung gar nicht erst an. Bei jüngeren Mitarbeitern ist dieser Anteil deutlich niedriger; nur bei den über 50-Jährigen liegt er mit 44 Prozent noch höher.

          Wichtig zu wissen ist auch: Viele ältere Mitarbeiter sind zugleich Führungskräfte. So sei die digitale Affinität von Chefs in der Versicherungsbranche besonders niedrig, weil die Führungsetagen in diesen Unternehmen im Schnitt einen recht hohen Altersdurchschnitt aufwiesen.

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