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Neue Arbeitswelt : Digitalisierung will gelernt sein

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine will gut koordiniert sein. Bild: dpa

Der digitale Wandel ist in vollem Gange. Doch Deutschland droht im Technologie-Wettlauf zurückzufallen. Eine neue Studie zeigt: An der Motivation der Angestellten scheint es nicht zu liegen.

          Die voranschreitende Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt ordentlich um. Das würde wohl kaum jemand bestreiten. Doch mit der Einigkeit ist es schnell vorbei, wenn es darum geht, wie man den Wandel gestalten soll – und vor allem in welchem Tempo. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hat für eine Studie 1000 Mitarbeiter und Führungskräfte zu ihren Erfahrungen mit der Digitalisierung befragt. Das Ergebnis: 74 Prozent gaben an, ihr Tätigkeitsprofil habe sich schon stark oder in Teilen verändert.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ebenso viele glauben, dass ihnen durch neue Softwarelösungen und zunehmende Automatisierung noch weitere Umwälzungen bevorstehen. Doch was viele vermissen sind Möglichkeiten, sich in ihrem Unternehmen weiterzubilden, um mit dem digitalen Wandel Schritt halten zu können. Nur zwölf Prozent bewerteten in dieser Hinsicht das Angebot ihres Arbeitgebers als gut. 74 Prozent wünschen sich deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten.

          Chance für potentielle Bewerber und Unternehmer

          Dahinter könnte die Sorge stehen, dass Deutschland nicht Schritt halten kann – etwa mit Ländern wie China. Erst Anfang dieser Woche sorgte eine Untersuchung des China-Instituts Merics für Aufsehen, der zufolge die Volksrepublik auf dem besten Weg sei, in Sachen Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz oder dem Internet der Dinge an den Vereinigten Staaten vorbeizuziehen. Europa müsse aufpassen bei dem Technologie-Wettlauf nicht unter die Räder zu kommen, so die Autoren.

          An Lernbereitschaft auf Seiten der Arbeitnehmer mangelt es jedenfalls der EY-Studie zufolge nicht. 61 Prozent würden sich laut der Studie auch im Urlaub oder in ihrer Freizeit weiterbilden oder haben es schon getan. 51 Prozent sind bereit, dafür sogar selbst Geld in die Hand zu nehmen – wobei das Engagement bei Führungskräften in beiderlei Hinsicht deutlich ausgeprägter ist als bei Fachkräften.

          Viele (knapp 40 Prozent der Befragten) wollen überdies selbst entscheiden, wie und wo sie sich weiterbilden. Dafür braucht es freilich erst einmal entsprechende Angebote. Wer diese vorweisen kann, hat gute Karten im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter, so die Autoren der Studie. Eine Chance für potentielle Bewerber und Unternehmer gleichermaßen also. Sie muss nur erkannt und genutzt werden.

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