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Chancengleichheit : Frauen und Männer sind längst noch nicht gleichgestellt

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Männlein oder Weiblein? Das wird in den Chefetagen der Unternehmen noch länger eine Rolle spielen - da sind sich die heutigen Führungskräfte sicher. Bild: dpa

Sind Frauen die besseren Chefs? Die Frage stellt sich kaum - es gibt nur wenige. Bis sich das ändert, wird es dauern.

          Bis in den Unternehmen eine Gleichstellung von Mann und Frau erreicht ist, dauert es noch 14 bis 22 Jahre. Wer älter als 35 Jahre ist, schätzt tendenziell, dass es etwas schneller geht; die jüngere Generation ist pessimistischer. Und im Durchschnitt glauben Frauen weniger an eine schnelle Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt als Männer.

          Das ist das Ergebnis einer qualitativen Studie der Personaldienstleistungsfirma „Manpower Group“, die FAZ.NET vorab vorliegt. Dafür hat das Unternehmen 222 Tiefeninterviews mit Führungskräften und Nachwuchsführungskräften im eigenen und in anderen Unternehmen geführt. Die Frage nach den Frauenkarrieren bewegt die Unternehmen aktuell wieder sehr. Mehrere Studien widmeten sich zuletzt einmal mehr der Frage, ob Frauen die erfolgreicheren Führungskräfte seien. Das Ergebnis in Kürze: Weibliche Chefs sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie nicht aufgrund einer Quote ins Amt gerückt sind.

          Auch die Meinungen dazu, wer für die Frauenförderung in den Betrieben verantwortlich sein sollte gingen der aktuellen Studie zufolge auseinander: Die jüngere Generation sieht eher alle Mitarbeiter in der Verantwortung, während die Älteren Frauenförderung vor allem als eine Sache der Führungsebene betrachten.

          Mentoring und Kontakte oder Leistung und Technik?

          Auf die Frage danach, was Führungskräfte tun können, um Frauen bei ihrer Karriere zu unterstützen antworteten Frauen und Männer höchst unterschiedlich. Frauen legen demnach sehr viel Wert auf Mentoring, Männer setzen eher darauf, ganz generell geschlechtergerechte Maßnahmen umzusetzen oder die Personalsuche und Beförderungen geschlechtsneutral zu gestalten.

          Männer und Frauen sind auch ganz unterschiedlicher Auffassung darüber, was Nachwuchsführungskräfte am besten für ihr eigenes Fortkommen tun sollten: Jüngere Frauen setzen auf Kontakte und Networking, ältere Frauen bauen darauf, Motivation zu zeigen und Mentoren zu suchen. Junge Männer sind dagegen überzeugt, dass Karriere nur diejenigen machen, die Führungsqualitäten zeigen. Und die älteren Männer glauben, dass es schlicht und einfach darum gehe, bessere Leistungen zu erbringen.

          Schließlich wurde in den Tiefeninterviews auch noch nach der Work-Life-Balance gefragt. Wie lässt sie sich am besten erreichen? Flexibilität ist die einhellige Antwort aller Befragten. Junge Frauen legen dabei mehr Wert auf einen flexiblen Arbeitsort, junge Männer auf flexible Arbeitszeiten. Älteren Frauen ist es generell wichtig, dass der Schwerpunkt auf Leistung und nicht auf Anwesenheit gelegt wird. Ältere Männer betonen neben der Flexibilität von Arbeitsmodellen auch noch die Wichtigkeit technischer Lösungen.

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