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Bundesagentur-Chef : Weise: Spielt nicht, lernt

  • Aktualisiert am

Frank-Jürgen Weise Bild: dpa

Die Menschen sollten in ihrer Freizeit lieber einen IT-Kurs machen, als Computerspiele zu spielen: Der Bundesagentur-Chef mahnt Beschäftigte, die Digitalisierung ernst zu nehmen. Die Folgen für die eigene Stelle könnten gravierend sein.

          Beschäftigte sollten sich nach Ansicht des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, frühzeitig auf den bevorstehenden digitalen Wandel der deutschen Wirtschaft vorbereiten. Die Entwicklung sei nicht mehr aufzuhalten und erfordere von jedem einzelnen die Bereitschaft, sich frühzeitig darüber zu informieren, wie sich die Anforderungen im eigenen Beruf verändern werden, sagte Weise der Nachrichtenagentur dpa. Jeder müsse auch bereit sein, sich in Eigeninitiative fortzubilden.

          Nach Weises Einschätzung werden von der sogenannten Industrie 4.0 - der Vernetzung ganzer Fabrikhallen mit dem Internet - sehr viele Beschäftigte betroffen sein. „Diese Veränderungen durch die Digitalisierung werden in der Wirtschaft, am konkreten Arbeitsplatz kommen. Und die hält auch niemand auf in dieser Weltwirtschaft auf.“

          Weise beruft sich dabei auf Arbeitsmarktforscher, die im Zuge der Digitalisierung bis zum Jahr 2025 in Deutschland mit dem Verlust von 1,5 Millionen Stellen bei gleichzeitiger Entstehung von 1,5 Millionen Arbeitsplätzen rechnen. Zwar würden unter dem Strich kaum Arbeitsplätze wegfallen. Hunderttausende von Beschäftigten müssten sich aber beruflich völlig neu orientieren, heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom vergangenen Herbst.

          „In der Freizeit auch mal Englisch lernen“

          „Und da kann ich jedem einzelnen nur die gute Empfehlung geben, sich darauf einstellen. Da müssen die Menschen entscheiden, ob sie Computerspiele machen oder einen IT-Kurs belegen und ob sie in der Freizeit auch mal Englisch lernen“, sagte Weise. Aber auch Firmen seien gefordert. Sie müssten ihre Beschäftigten frühzeitig für die neuen Aufgaben in der digitalen Welt qualifizieren.

          Auch die Bundesagentur stelle sich der Herausforderung. Derzeit würden im Rahmen eines Modellprojekts Bundesagentur-Mitarbeiter darauf vorbereitet, künftig Menschen bei ihrer Berufsplanung in Bezug auf die Wirtschaft 4.0 fundiert beraten zu können. „Eine solche Beratung würde dann beispielsweise auch der 50-Jährige bekommen, der als Aufzugsmonteur in einem Maschinenbau-Unternehmen arbeitet und dessen Arbeit sich gewaltig ändern wird.“

          Das Projekt „Lebensbegleitende Berufsberatung“ solle von März 2017 an in drei Arbeitsagenturen in Deutschland erprobt werden. Die Standorte stünden spätestens Ende Januar fest. Dem Projekt liege die Annahme zugrunde, dass sich im Zuge der Digitalisierung Berufsbilder schneller verändern als früher. Berufs- und Weiterbildungsberatung müsse sich daher durch das gesamte Erwerbsleben ziehen.

          Nach der Definition des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnet sich die Wirtschaft 4.0 durch eine enge Verzahnung der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik aus. Dabei koordinieren intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage mit Menschen. Roboter sollen auch eigenständig Abläufe organisieren, Mängel melden und Nachschub organisieren - und das alles vernetzt mit den Kunden.

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