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Folgen des Austritts : Brexit bremst Geschäftsreisen

Geschäftsleute, Freiberufler, Banker: Sie alle müssen sich auf Veränderungen im Geschäftsreisealltag einstellen. Bild: dpa

Der Brexit könnte schon 2018 das Verhalten von Geschäftsreisenden verändern, glauben Reisemanager und Politiker. Was auf Mitarbeiter und die Fluglinien zukommt.

          Deutschlands Reisemanager und Politiker schlagen Alarm: Der Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) könnte schon 2018 das Verhalten von Geschäftsreisenden verändern. „Ich halte es für denkbar, dass mit dem Ende der EU-Mitgliedschaft am 31. März 2019 die Vertragsgrundlage für den Flugverkehr zwischen dem Königreich und den EU-Staaten fehlt“, sagte Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, auf einem Kundenforum des Reiseanbieters American Express.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Folgen: Eine Fülle von Flugverbindungen wäre unterbrochen, Reisemanager in Unternehmen müssten beizeiten umplanen. Videokonferenzen ersetzen dann die Kurztrips nach Großbritannien, oder Reisen zum britischen Stammkunden werden teurer, weil sich die Tickets für die Schnellzüge verteuert haben. „Detaillierte Vorbereitung auf Geschäftsreisen wird noch notwendiger“, glaubt Hans-Ingo Biehl, Chef des Verbands Deutsches Reisemanagement.

          Negative Folgen fürs Geschäft fürchten auch die Manager der Fluggesellschaften. Unlängst gab die Londoner Easyjet die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft in Österreich bekannt, um für Geschäftsausfälle gewappnet zu sein. Im Gegensatz zum irischen Rivalen Ryanair zählt der Preisbrecher aus Großbritannien überproportional viele Geschäftsleute, Freiberufler oder auch Banker aus der Londoner City zu seinen Stammkunden. Die Vielflieger machen bis zu ein Drittel aller Passagiere von Easyjet aus. Die neue Easyjet Europe mit Sitz in Wien werde es ermöglichen, auch nach dem EU-Austritt Großbritanniens „Flüge in ganz Europa und auch innerhalb von EU-Staaten anzubieten“, beruhigen die Briten ihre Kunden. Hinzu kommt, dass Easyjet nach dem Zusammenbruch von Air Berlin in Berlin durchstarten will. In Kürze soll die deutsche Flotte durch 25 weitere Passagierjets erweitert und die Zahl der innerdeutschen Flüge auf 250 Verbindungen je Woche steigen.

          Zwei Probleme für Fluglinien

          Auch für die British-Airways-Muttergesellschaft IAG und den europäischen Billigflug-Marktführer Ryanair steht mit dem EU-Austritt der Briten viel auf dem Spiel. Für alle Fluggesellschaften zeichnen sich beim Brexit zwei Probleme ab: Einerseits ist unklar, ob und inwiefern britische Anbieter wie British Airways und Easyjet weiterhin in der EU Flüge anbieten dürfen. Denn der EU-Austritt setzt auch ein Fragezeichen hinter Großbritanniens Mitgliedschaft im sogenannten European Common Aviation Area (ECAA), einem Luftfahrtabkommen, das den gegenseitigen Marktzugang für Fluggesellschaften in Europa gewährleistet.

          Die zweite große Unbekannte ist die Eigentümerstruktur: Wenn Fluggesellschaften Verbindungen innerhalb der EU anbieten wollen, muss ihre Aktionärsbasis zumindest zur Hälfte aus EU-Bürgern bestehen. So schreiben es die gesetzlichen Spielregeln im stark regulierten Luftfahrtmarkt vor. IAG, Easyjet und Ryanair haben viele britische Aktionäre – und würden deshalb diese Auflage nach dem Brexit womöglich nicht mehr erfüllen.

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