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Bildungswege : „Heutzutage ist man ohne Studium fast nichts mehr wert.“

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Spannend, zukunftsträchtig oder eine Sache zum Bereuen? Über die Berufsausbildung herrschen geteilte Ansichten. Bild: dpa

Studieren oder eine Ausbildung machen? Das fragen sich viele junge Menschen. In dieser Vergleichsstudie berichten Akademiker und Nicht-Akademiker darüber, ob sie ihren Bildungsweg bereuen.

          „Langfristig bringt das Studium einen weiter.“ Oder: „Fehlende Anerkennung, geringes Gehalt, keine Möglichkeiten der Weiterentwicklung.“ All das sind Aussagen von Fachkräften mit einer Berufsausbildung, die in einer neuen Studie dazu befragt worden sind, ob sie mit ihrem Ausbildungsweg unzufrieden sind.

          Und unzufrieden sind recht viele: Mit 36 Prozent gibt mehr als ein Drittel der Befragten an, es zu bereuen, sich für eine Berufsausbildung entschieden zu haben. Unter den Akademikern bereuen dagegen nur etwas weniger als 14 Prozent ihre Entscheidung für ihren Bildungsweg.

          Die Befragung, die vom Arbeitspsychologen Martin Kersting von der Uni Gießen begleitet wurde und deren Ergebnisse FAZ.NET vorab vorliegen, hatte 2068 Teilnehmer im Alter von 25 bis 65 Jahren; die Hälfte davon waren Akademiker, die andere Hälfte Menschen mit Berufsausbildung.

          Die Befragten machten auch Angaben dazu, warum sie sich ursprünglich für eine Ausbildung bzw. ein Studium entschieden hatten. Dabei nannten mit rund 70 Prozent sehr viele der Studienabsolventen ihre Interessen als Motivation. Mehr Akademiker als Fachkräfte waren auch durch gute berufliche Perspektiven und ihre Fähigkeiten motiviert.

          Sehr viel mehr Akademiker als beruflich Gebildete sahen in ihrem Bildungsweg eine Selbstverwirklichung. Von ihnen kamen Aussage wie: „Das Studium ist die beste Zeit des Lebens.“ Oder: Ein Studium erweitert den geistigen Horizont enorm.“

          Wer eine Ausbildung gemacht hatte, betonte dagegen deutlich häufiger die Sicherheit dieses Bildungsweges oder gab den Rat der Eltern oder das Gehalt als Motiv für seine Wahl an.

          Trotz der - im Vergleich zu Studienabsolventen - größeren Unzufriedenheit der beruflich Gebildeten mit ihrem Ausbildungsweg geht auch aus der Studie hervor: 60 Prozent der befragten Fachkräfte mit Berufsausbildung bereuen ihre Wahl nicht. Sie führten zum Beispiel folgende Argumente ins Feld: „Handwerk hat goldenen Boden.“ „Büroarbeit ist nichts für mich.“ Oder: „Ich verdiene teilweise mehr als Studierte.“

          In Auftrag gegeben hatte die Untersuchung das Onlineportal „Meinestadt.de“; die Befragung übernahm das Marktforschungsinstitut Respondi.

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