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Bewerberauswahl : Lieber Roboter als Personaler

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Arbeiten bald immer mehr Hand in Hand: Roboter und Personaler; unser Bild zeigt den Roboter „Pepper“ mit dem Telekom-Personalvorstand Christian Illek. Bild: Deutsche Telekom AG/Norbert Itte

Wie lange noch werden Menschen Bewerbungsmappen durchlesen? Oder übernehmen das schon bald die Roboter? Vielen Bewerbern wäre das sogar ganz recht!

          Welcher Bewerber hat schon Lust, von einem Roboter ausgesucht zu werden? Einer neuen Studie der Uni Bamberg zufolge sind das nicht wenige. Ein Viertel rechnet sich sogar bessere Chancen aus, übernähme ein schlauer Algorithmus anstelle eines Menschen die Kandidaten-Auswahl. Vor allem Frauen vertrauen einer Künstlichen Intelligenz stärker als Männer. Dabei vermuten viele, der Computer sei neutraler und diskriminiere weniger.

          Sechs Prozent der befragten Unternehmen geben zu, aktuell schon Algorithmen einzusetzen, um ihre Bewerbungsstapel zu sortieren. Sieben von zehn glauben zudem, dass solche Systeme in Zukunft kommen werden.

          Für die repräsentative Befragung, die von dem Stellensuchportal „Monster“ in Auftrag gegeben wurde, gaben auf Bewerberseite 2800 Kandidaten Auskunft, auf Unternehmensseite 117 der 1000 größten deutschen Unternehmen.

          „Nicht Big Data, sondern Little Data“

          Algorithmen zur Bewerberauswahl zu programmieren sei weder besonders aufwändig, noch besonders teuer, sagt Tim Weitzel, Wirtschaftsinformatikprofessor an der Uni Bamberg und Leiter der Studie. „Der Engpass sind die Daten, mit denen man den Algorithmus füttert.“ Die Mehrzahl der Unternehmen wisse gar nicht, wodurch sich ein guter Bewerber auszeichne, der mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer bestimmten Stelle im Unternehmen erfolgreich sein wird. „Da haben wir nicht Big Data, sondern eher Little Data“, ist Weitzel überzeugt.

          Allerdings glaubt der Fachmann, dass sich das in den kommenden Jahren ändern werde. Auf Unternehmensseite rechnet er dem Supercomputer „Watson“ von IBM gute Chancen aus, künftig aus Daten zur persönlichen Performance  von Mitarbeitern die gewünschten Bewerberprofile generieren zu können. Auf Bewerberseite werde die neue Stellensuchmaschine von Google „die Welt verändern“, prophezeit Weitzel. „Google for jobs“ läuft schon in Amerika, ein Start hierzulande wird in diesem Jahr erwartet.

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