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Neue Bewerbungsverfahren : Menschen auf Jobsuche bewerten Digitalisierung positiv

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Bewerbung per Mausklick? Viele Menschen auf Jobsuche können sich das gut vorstellen. Bild: dpa

Die Bewerbung einfach als PDF hochladen? Gerne! Beim Thema Jobsuche bewerten Menschen die Digitalisierung positiver, als in anderen Lebensbereichen. Arbeitgeber hingegen haben oft kein gutes Image.

          Die Einführung digitaler Prozesse bei der Jobsuche sehen die Menschen deutlich positiver als sie die Digitalisierung in anderen Lebensbereichen wahrnehmen. Nur jeder fünfte Bewerber sieht die Digitalisierung im Bewerbungsprozess kritisch. Das geht aus einer Umfrage des Kölner Marktforschungsunternehmens Respondi im Juni 2018 unter 1004 Bewerbern in ganz Deutschland hervor, die sich in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal beworben haben.

          60 Prozent der Befragten sehen in diesem Kontext keinen Unterschied zwischen digitaler und persönlicher Bewerbung, 19 Prozent bewerten digitale Bewerbungsprozesse sogar weniger kritisch als sie die Digitalisierung in anderen Lebensbereichen sehen. Und sogar unter den Befragten, die der Digitalisierung generell eher kritisch gegenüberstehen, stellt sich mit 57 Prozent die Mehrheit ohne Vorbehalte auf die Digitalisierung der Bewerbung ein.

          Weniger vertrauensselig sind die befragten Bewerber gegenüber den Arbeitgebern: Die überwiegende Anzahl hält sie für wenig glaubwürdig. Fast zwei Drittel von ihnen stehen Aussagen und Botschaften, die Unternehmen als Arbeitgeber treffen, skeptisch gegenüber. Demnach glauben 65 Prozent dieser kritischen Bewerber, dass Arbeitgeber beispielsweise in Stellenanzeigen oder auf Karrierewebseiten im Sinne ihrer Interessen flunkern.

          Persönliches Gespräch macht glaubwürdig

          Ein weiteres Drittel nimmt die Aussagen vor allem deswegen nicht ernst, weil sie diese letztlich für austauschbar halten. Die kritische Haltung deckt sich mit den konkreten Erfahrungen der Befragten. Denn sieben von zehn der befragten Bewerber gaben im Rahmen der Analyse an, im Verlauf des Bewerbungsprozesses bereits mindestens einmal einen Unterschied zwischen dem kommunizierten und dem tatsächlich erlebten Unternehmensbild festgestellt zu haben. Ganz besonders gefährlich für die Unternehmen: 98 Prozent aller Studienteilnehmer gaben an, dass ihre persönlichen Erlebnisse im Bewerbungsprozess auch auf ihre Wahrnehmung des Unternehmens abstrahlen – bei 51 Prozent sogar stark. In Auftrag gegeben hatte die Befragung der Video-Recruiting-Anbieter Viasto.

          Besonders skeptisch zeigen sich die Bewerber gegenüber Arbeitgeberaussagen auf deren eigenen Plattformen wie der Karriere-Webseite (61 Prozent), Stellenanzeigen (53 Prozent) sowie auf Karriere-Blogs (68 Prozent). Aber auch auf externen Karriereportalen schenken sie den Unternehmen wenig Glauben. So sind 64 Prozent der befragten Kandidaten skeptisch, was Unternehmensinformationen auf Jobportalen betrifft.

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