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Besser arbeiten 2014 : Nie wieder dieser Vorsatz!

  • Aktualisiert am

Nadine Bös

Immer vorbereitet in die Besprechung

Es gibt nicht vieles, das unproduktiver ist als Rätselraten in Meetings. Wenn niemand vorbereitet ist und keiner Bescheid weiß. Dann geht das Gestotter los, und statt vor der eigenen Ignoranz zu kapitulieren, werden schnell Analogien gebildet, Parallelen gezogen, Gemeinsamkeiten konstruiert. „Könnte es nicht sein, dass ...?“ Es ist ein wahrhaft ehrenwertes Ziel, diese von vorneherein zum Scheitern verurteilte Suche nach Wahrhaftigkeit verhindern zu wollen. Wenn hier alle an einem Strang ziehen, ist viel erreicht. Es dürfte nicht wenige Konferenzschaltungen geben, die man diesen Prämissen zufolge nach fünf Minuten wieder beenden könnte. Spätestens dann ist der Erkenntnisgewinn ausgereizt. Da dies selten geschieht, ist es ein mindestens ebenso ehrenwerter Vorsatz, wenigstens selbst immer bestens vorbereitet in Gruppenbesprechungen zu gehen. Allein, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Was muss man für Vorarbeiten leisten, um sich ein paar Minuten im Glanz eines gelungenen Auftritts sonnen zu können. Umfangreiche Literatur muss gesichtet, jede Eventualität bedacht werden. Welche Wendung könnte die Diskussion an diesem Punkt nehmen? Unmöglich, jede Zwischenfrage antizipieren zu können. Außerdem: Die eigene Unwissenheit verschleiern kann man auch in Nebelschwaden. Das bekommt der durchschnittliche Fernsehzuschauer jeden Tag in mindestens drei unterdurchschnittlichen Talkshows zu sehen. Wichtig ist nur, die Ausweichmanöver sorgfältig vorzubereiten. Doch das ist schnell geschehen und durchaus effektiv: Die halten nämlich nicht nur für die nächste Sitzung – sondern auch für alle anderen.

Corinna Budras

Ein Arbeitnehmer braucht keinen Vorsatz

Vorsätze habe ich schon lang nicht gefasst. Warum nicht? Weil ich sie nie lang eingehalten habe und die Ernüchterung über die eigene Erbärmlichkeit immer größer war als die Freude, die mir die drei Tage währende Disziplin bereitete? Ich habe zuletzt gar nicht mehr darüber nachgedacht, einen Neujahrsvorsatz zu fassen. Vor ein paar Jahren joggte ich frühmorgens durch eisige Schrebergärten und war auf gutem Weg, ein guter, gesunder, fleißiger Mensch zu werden. Vielleicht weiß ich es heute besser. Oder es ist, weil ich jetzt Arbeitnehmer bin. Es ist ja jeden Tag genügend Arbeit da. Man fängt morgens an zu arbeiten und hört abends auf. Das ist alles. Vorsätze sind etwas für Studenten, Aussteiger und Rentner. Ich bin Arbeitnehmer. Ich lasse den Quatsch erst mal.

Jan Grossarth

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