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Besser arbeiten 2014 : Nie wieder dieser Vorsatz!

  • Aktualisiert am

Ursula Kals

E-Mails immer sofort löschen

Der Systemadministrator ist mein bester Freund. Keine Woche vergeht, ohne dass er mir schreibt, manchmal sogar kein Tag. Immer nachts um eins kommt seine mahnende Nachricht: „Ihr Postfach ist fast voll. Verringern Sie die Größe Ihres Postfachs. Löschen Sie alle nicht benötigten Elemente aus dem Postfach, und leeren Sie den Ordner ,Gelöschte Elemente‘.“ In der vergangenen Woche ging es schrittweise bergauf, Montag waren 445 der 488 erlaubten Megabyte erschöpft, Dienstag 453, Mittwoch 461, bis Silvester dürfte ich von der Außenwelt abgeschnitten sein. Zum systematischen Löschen ist im hektischen Jahresendgeschäft keine Zeit, also beginnt jeder Morgen mit dem gleichen Ritual: Den Posteingang nach der Größe der Mails sortieren, die größten Nachrichten samt ihrer Bildanhänge löschen oder en bloc in den Archivordner verschieben – und hoffen, dass damit zumindest für einen Tag Ruhe herrscht. Dabei könnte alles so einfach sein. Warum nicht jeden Abend als letzte Amtshandlung Outlook aufräumen? Löschen, was nicht mehr nötig wird, in die entsprechenden (und reichlich vorhandenen) Ordner verschieben, was noch gebraucht wird. In einer Viertelstunde wäre das vermutlich erledigt, und doch, dieser jedes Jahr aufs Neue gefasste Vorsatz will einfach nicht gelingen. Zu groß ist die Verlockung, nach einem langen Arbeitstag, wenn alles unbedingt zu Erledigende abgearbeitet ist, den Rechner endlich runterzufahren. Und zu groß ist auch die Erleichterung, wenn die Suchfunktion eine schon lange gelöscht geglaubte Mail wieder zutage fördert, mit der entscheidenden Information, dem entscheidenden Ansprechpartner. Hat sich das Sammeln doch gelohnt. In diesem Sinne, lieber Systemadministrator: Auf ein Neues! Wir werden auch 2014 wieder viel miteinander zu tun haben.

Julia Löhr

Keinen Kaffee mehr aus dem Automaten

Mindestens drei Jahre hintereinander habe ich es mir vorgenommen: Diese schreckliche Plörre aus dem Kaffeeautomaten in der Mitte des Flurs, die werde ich nie wieder trinken. Es gibt nichts an diesem Kaffee, das schmeckt. Nicht das Wasser, nicht die Bohnen und schon gar nicht das übelriechende Milchpulver, mit dem die Maschine arbeitet. Und es gibt eine gute Alternative: Gegenüber vom Büro ist ein netter kleiner Kaffeeladen. Köstlicher Latte macchiato mit Keks! Also künftig nur noch dorthin, habe ich mir deshalb regelmäßig zum neuen Jahr geschworen. Dann nahm spätestens nach drei Tagen der Stress überhand, und ich stellte fest: Ich bin zu koffeinsüchtig, um jedes Mal drei Stockwerke nach unten zu gehen. Und ich habe dafür im Alltag einfach keine Zeit. Unter dem Christbaum, bei einer guten Tasse selbstgebrühten Kaffees, glaube ich zwar auch dieses Jahr, die Büro-Plörre nie wieder trinken zu können, doch diesmal weiß ich: Das halte ich sowieso nicht durch. Dieses Jahr nehme ich mir stattdessen vor, am 2. Januar ein Päckchen Schwarztee einzupacken. Wird den Kaffee nicht immer ersetzen können. Aber vielleicht manchmal.

Nadine Bös

Mit dem Rad zum Bahnhof

Mein Weg von zu Hause zum Büro ist zu weit, um ihn mit dem Fahrrad zu fahren. Aber vom Bahnhof ins Büro und vom Büro zum Bahnhof – da lohnt sich das Radeln. So kann ich den Umstieg von der S-Bahn in den Zug vermeiden und eine mögliche Verspätungsquelle ausschalten. Doch meistens steht das Rad dann doch ungenutzt in der Tiefgarage. Nie schaffe ich es, eine Fahrradpumpe dabeizuhaben, wenn es gerade nötig wäre. Dann ist das Schloss kaputt oder im Winter das Licht. Jahr für Jahr habe ich mir vorgenommen, dieses Rad in Schuss zu halten, damit ich effizienter zum Büro pendeln kann – schließlich gewinne ich dadurch Arbeits- oder Freizeit. Dieses Jahr will ich ehrlich sein: Ich mag nach der Arbeit nicht zum Bahnhof radeln. Ich mag die Strecke an der vielbefahrenen Hauptstraße nicht. Ich mag nicht am Bahnhof parken, wo ich jede Nacht Angst vor Fahrraddieben habe. Und ich habe das Gefühl, dass der Fußweg vom Fahrradparkplatz zum Gleis ebenso lange dauert wie eine S-Bahn-Fahrt. Das sind die vielen Gründe, warum das mit dem Fahrrad-Fitmachen einfach nie klappt. Dieses Jahr nehme ich mir vor, das Rad aus der Bürogarage mit nach Hause zu nehmen. Und lieber ab und zu damit am Wochenende eine Tour am Rhein zu machen.

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