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Auswahl von Managern : Die Lüge von den Softskills

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Auch wenn immer alle betonen, dass Softskills wichtig sind: Personaler kleben noch zu stark an den harten Fakten im Lebenslauf. Bild: picture alliance / dpa Themendie

Wonach suchen Unternehmen ihre Manager aus? Wer sagt, es gehe nach Softskills, der erzählt zumeist Märchen. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie. In der Regel zählen noch immer die harten Fakten im Lebenslauf.

          Soziale Kompetenz ist wichtig und auch weiche Kriterien zählen bei der Auswahl von Führungskräften. Wirklich? Zwar werden diese Lehren immer wieder gepredigt, doch nun zeigt eine aktuelle Studie, die FAZ.NET vorliegt, dass die große Betonung der Softskills vor allem eines ist: Leeres Gerede.

          Statt dessen sind Berufserfahrung, fachliche Qualifikationen und internationale Erfahrung die Kriterien, nach denen Führungskräfte im Einstellungsprozess vor allem beurteilt werden. Erst danach folgen „Erfahrungen mit einer ähnlichen Unternehmenskultur“ und „Gute Anpassungsfähigkeit“. Erst an sechster Stelle werden „Soziale Kompetenzen“ genannt, wie die Personalberatung Intersearch Executive Consultants herausgefunden hat.

          Die Fachleute befragten 150 Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter, wie wechselbereit sie sind, welche Aspekte ihnen bei einem Stellenwechsel wichtig sind und wie sie den Rekrutierungsprozess erleben. Die Befragten kommen aus Unternehmen ab 100 Mitarbeitern in den Branchen Dienstleistung, Handel und Industrie.

          Verantwortliche kleben zu stark am formalen Lebenslauf

          Weil Softskills eine viel zu geringe Rolle spielen, läuft ein Unternehmen nach Meinung der Studienautoren das Risiko, sich schon bald wieder von einem Manager trennen zu müssen. Denn einer früheren Studie der Personalberater zufolge sind fehlende Führungsqualitäten und eine mangelnde  Passgenauigkeit in die Unternehmenskultur die häufigsten Gründe, warum die Zusammenarbeit mit einem Manager scheitert. Viele Unternehmen legten im Rekrutierungsprozess noch immer zu viel Wert auf die Fachkompetenzen. Kurz gesagt: Personalverantwortliche klebten zu stark an den harten Fakten im Lebenslauf.

          In der Studie finden sich auch handfeste Hinweise darauf. Ein Drittel der befragten Manager berichtet, dass ihre Sozialkompetenzen nicht mit den realen Anforderungen ihrer neuen Position übereinstimmten. Ebenso viele mussten feststellen, dass sie von ihrer Persönlichkeit her überhaupt nicht ins Unternehmen passten.

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