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Aufstieg ist männlich : Frauen in der Karrierefalle

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3. Frauen haben ein „Freundinnen-Problem“

Frauen tappen in die Sympathie-Falle. Das heißt, sie lassen sich auf Kolleginnen emotional zu sehr ein, was einen gesunden Konkurrenzkampf schwierig macht. Man kann nicht an der besten Freundin vorbeiziehen, ohne sich schlecht zu fühlen. Frauen sind konsensorientiert, Männer wettkampforientiert, das ist schon im Kindergarten so. Abstand halten und sich trotzdem gegenseitig die Karrieretricks verraten, rät Coach Hofmann-Huber.

4. Frauen planen ihre Karriere zu wenig

Durch eine 2007 veröffentlichte Studie des Steinbeis Transferzentrums Unternehmen & Führungskräfte kam heraus, dass zwei Drittel von 300 befragten Frauen aus Top- und mittlerem Management ihre Karriere nicht bewusst geplant hatten. "Viele Frauen wissen nicht, was sie wollen", glaubt Isabell Krone. "Sie haben Angst vor dem nächsten Berufsschritt, sie machen sich im Vorfeld zu viele Gedanken. Männer denken erst mal nur an den nächsten Schritt." Auch beim Firmenwechsel sind Frauen zu zögerlich, scheuen lange das Risiko und kommen oft nicht schnell genug vom Fleck. "Frauen müssen klare Signale senden", sagt Hofmann-Huber. Ideen für den eigenen Werdegang entwickeln, dranbleiben, auch nach Fehlschlägen, rät Personalleiterin Krone. Dann klappt es auch mit der Arbeit nach und während der Elternzeit. Dass es für Frauen über dreißig schwierig wird mit der Förderung, das sei leider immer noch so, kritisiert Ley. Umso wichtiger sei es, Karriere- und Familienpläne zu machen und diese offensiv zu vertreten, "mit Chauvinismus müssen sie trotzdem jederzeit rechnen". Hofmann-Huber rät, sich schnell eine Position zu schaffen, in der es sich die Firma nicht leisten will, diese gute Kraft zu verlieren.

5. Frauen haben zu wenige Mentorinnen und Vorbilder

Das ist vor allem ein Massenproblem. Wer an der Spitze ist, bestimmt, wer aufrückt, und das sind in der Regel noch immer die Männer. Ein weibliches Netzwerk, in dem die wenigen oben den weiblichen Nachwuchs mit dem eigenen Knowhow fördern, entsteht erst langsam. Natürlich können Frauen auch von Männern protegiert werden, aber das sei mitunter heikel, sagt Isabell Krone. Nur wenn der Altersabstand etwa eine Generation betrage, gelte männliche Förderung als akzeptabel.

6. Frauen können nicht nein sagen

Frauen laden sich zu viel auf, werden ausgenutzt und aufgezehrt. Wer seine Kräfte nicht einteilt, kann sie nicht optimal einsetzen. Das gilt für fleißige Kolleginnen genauso wie für Frauen zwischen Kindern und Karriere. "Wir wollen alles, und zwar sofort", beschreibt Ley, "man kann aber nicht zwei Leben parallel leben." Selbst wenn sich Frauen gut organisieren können, sind die Kapazitäten begrenzt und individuell sehr verschieden. Zur Karriere- und Lebensplanung gehöre auch, Belastungssituationen richtig einzuschätzen, einen Gang zurückzufahren und ein paar Jahre später noch einmal durchzustarten: "Frauen haben einen langen Atem." Werden sie etwas älter, könnten sie sich oft besser durchsetzen, wüssten genau, wo sie stünden, hätten ein stabiles soziales Netz und seien von den Bodendellen des Lebens oder der Karriere nicht leicht aus der Bahn zu werfen. "Auch die Top-Managerin hat immer eine beste Freundin", sagt Ulrike Ley. Der gerade outgesourcte Top-Manager hat oft nicht mal mehr seine Familie.

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