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Arbeitsmarkt : Minijobs sind keine Gefahr

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Der Minijob - Rettung aus der Arbeitslosigkeit? Bild: Daniel Pilar

Geringfügige Arbeitsverhältnisse verdrängen die Vollzeit-Jobs - so lautete lange das Vorurteil. Jetzt will die Minijob-Zentrale mit einer Studie das Gegenteil beweisen: Sie seien eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt.

          Minijobs verdrängen keine Vollzeit-Arbeitsplätze, sondern spielen im Gegenteil eine wichtige Rolle als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Bochumer Minijob-Zentrale. Die bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angesiedelte Zentrale ist bundesweit für den Einzug der Sozialabgaben und einer einheitlichen Pauschsteuer bei geringfügiger Beschäftigung verantwortlich. Die Behörde wertete für die Untersuchung ihre umfangreichen Datensätze aus.

          „Die Analysen zeigen, dass von einer Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen durch Minijobs nicht ausgegangen werden kann“, betonte der Erste Direktor der Knappschaft Georg Greve. Ein Vergleich der beiden Beschäftigungsformen zeige, dass sich zwar zwischen Mitte 2003 und Ende 2004 die Zahl der Minijobs besser entwickelt habe.

          Zahl der Minijobs rückläufig

          Seit Anfang 2005 steige jedoch die Zahl der „normalen“ Beschäftigungsverhältnisse, während der Anteil der Minijobs konstant bleibe oder sogar leicht abnehme. Diese Entwicklung sei auch im Gastgewerbe und im Handel festzustellen, wo in der Vergangenheit verstärkt von einem Verdrängungseffekt zu Lasten der Vollzeitstellen ausgegangen worden sei.

          Die große Bedeutung der Minijobs für den Arbeitsmarkt werde auch daran deutlich, dass nahezu ein Viertel der neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse im Jahr 2006 aus Minijobs resultierten, sagte Greve. Die Brückenfunktion der 2003 eingeführten Minijob-Regelung gewinne somit in Zeiten eines wachsenden Arbeitsmarktes noch an Bedeutung.

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