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Spaß an der Arbeit : Arbeitnehmer müssten zufrieden sein - sind es aber nicht

  • -Aktualisiert am

Ein zufriedener Arbeitnehmer: keine Selbstverständlichkeit, wie es scheint. Bild: Picture-Alliance

Mehr Geld, mehr Urlaub, bei guter Gesundheit: Die Arbeitsbedingungen seien gut wie nie, sagt eine Studie. Andere Analysen berichten, viele Arbeitnehmer seien unzufrieden mit ihrem Job. Wie passt das zusammen?

          Wahrscheinlich liegt es am Tag der Arbeit, der alljährlich am 1. Mai begangen wird, dass just am 30. April eine Studie zur Zufriedenheit der Arbeitnehmer nach der anderen durch Agenturen und Presseverteiler geistert. So werden die Arbeitsbedingungen in Deutschland immer besser und seien derzeit so gut wie nie zuvor, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Der jährliche Urlaubsanspruch etwa sei mit durchschnittlich über 31 Tagen auf Rekordhöhe, gleichzeitig liege die tarifliche Wochenarbeitszeit mit 38 Stunden auf einem Tiefstand, während die Löhne weiter stiegen. So könnten sich Arbeitnehmer in Westdeutschland mit einem Lohn von 16,25 Euro pro Stunde und Arbeitnehmer in Ostdeutschland mit einem Lohn von 12,54 Euro pro Stunde mehr leisten als je zuvor in der Nachkriegsgeschichte des Landes, so die Studie.

          Dies gelte insbesondere für technische Geräte: Für eine neue Waschmaschine etwa müssten Arbeitnehmer derzeit nur noch halb so lange arbeiten, wie zu Beginn der 1990er-Jahre. Gleichzeitig könnten sich Arbeitnehmer immer besserer Gesundheit erfreuen, so die Analyse. „Nur etwa 19 Prozent der Arbeitnehmer glauben, ihre Arbeit beeinträchtige die Gesundheit. Damit belegt Deutschland im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz“, so der Autor der Studie, Christoph Schröder. Ein Indiz für diese These sei eine historisch niedrige Quote der verminderten Erwerbsfähigkeit, die mit derzeit rund 21 Prozent deutlich niedriger sei, als noch vor 40 Jahren. Auch der Rückgang der Wahrscheinlichkeit, eine Arbeitsunfall zu erleiden, wirke sich positiv auf die Gesundheit der deutschen Arbeitnehmer aus.

          So sei die Wahrscheinlich, auf der Arbeit zu verunglücken, vor 40 Jahren mehr als drei Mal so hoch, als heute, selbst Anfang der 90er Jahre war das Unfallrisiko noch mehr als doppelt so hoch. Verbesserungsbedarf bestehe laut der Analyse aber nach wie vor in puncto Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn nach wie vor arbeiteten viele Frauen häufig nur in Teilzeit. „Hier muss die Bundesregierung ansetzen und das Kinderbetreuungsangebot weiter verbessern“, so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM.  Bei diesen im Großen und Ganzen also als äußerst positiv beschriebenen Rahmenbedingungen sollten Deutschlands Arbeitnehmer folglich vor allem eines sein: Rundum glücklich. Doch glaubt man einer aktuellen Umfrage des Personaldienstleister ManpowerGroup, sind mehr als 45 Prozent der Arbeitnehmer ganz und gar nicht zufrieden mit ihrer aktuellen Arbeitsstelle und erwägen, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen.

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