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Arbeitgeber-Attraktivität : Harmonie ist wichtiger als Geld

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Ein gutes Betriebsklima ist so manchem wichtiger als Geld Bild: Picture-Alliance

Ein gutes Betriebsklima ist den meisten Beschäftigten wichtiger als ein angemessenes Gehalt. Doch wie weit klaffen Wunsch und Wirklichkeit eigentlich auseinander?

          Und es geht den Menschen doch nicht nur ums Geld – zumindest nicht immer. Danach gefragt, was die Attraktivität eines Unternehmens ausmacht, nennen  Arbeitnehmer in Deutschland ein leistungsgerechtes Gehalt erst an dritter Stelle. Wichtiger ist ihnen vielmehr ein angenehmes Betriebsklima und eine kompetente Unternehmensleitung. Das jedenfalls geht aus einer Studie des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Niederrhein hervor, deren Ergebnisse FAZ.NET vorliegen.

          Bei der Frage, wie wichtig das Betriebsklima ist, gibt es Generationenunterschiede, wenn auch geringfügige. Laut Studie liegt der Generation Y, also Arbeitnehmern im Alter bis 30 Jahre, eine angenehme Atmosphäre im Betrieb mehr am Herzen als den etwas älteren Zeitgenossen der Generation X (31 bis 50 Jahre). Erstere bewerteten die Wichtigkeit des Themas mit der Schulnote 1,2, Letztere hingegen mit 1,4. Deutlich wird daran jedenfalls, dass schlechte Stimmung im Unternehmen – ausgelöst etwa durch Streitigkeiten unter Kollegen oder herrisches Verhalten des Chefs – bei Berufstätigen grundsätzlich als schädlich für die Attraktivität des jeweiligen Arbeitgebers angesehen wird.

          Ob das Unternehmen global agiert, ist den Studienteilnehmern dagegen nicht so wichtig. Mit einer Note von 3,4 landete die Kategorie Internationalität an letzter Stelle. Etwas besser, aber ebenfalls im unteren Drittel, rangierten die Themen Unternehmensgröße (2,79) und Maßnahmen der Gesundheitsförderung (2,77).

          Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

          Eine Lücke klafft der Befragung zufolge auch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Und hier rückt dann doch das Geld in den Mittelpunkt: In der Kategorie „angemessenes Gehalt“ ist die Differenz zwischen Wunsch und Realität insgesamt am Größten. Es liegen fast eineinhalb Schulnoten zwischen der Einschätzung wie wichtig dieser Bereich für die Attraktivität ist und wie sich die Problematik aktuell beim jeweiligen Arbeitgeber darstellt. Eine große Kluft besteht demnach auch bei den Themen Aufstiegsmöglichkeiten, Arbeitsabläufe und Unternehmensleitung.

          Insgesamt stimmten die Ansprüche der Studienteilnehmer an die Attraktivität eines Unternehmens zu 86,9 Prozent mit dem überein, was sie täglich tatsächlich am Arbeitsplatz erleben. „Das ist grundsätzlich ein zufriedenstellender Wert, der aber ausbaufähig erscheint“, bilanziert der Autor der Arbeit, Alexander Cisik. Die Ergebnisse implizierten aber kein Patentrezept, wie Unternehmen ihre Beliebtheit steigern könnten, so der Experte. Vielmehr müssten die Maßnahmen die Bewerber und Mitarbeiter gezielt in den Blick nehmen. Für die Studie waren im Mai und Juni dieses Jahres 475 Berufstätige befragt worden.

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