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Bertram Schmitt : Der Strafarbeiter

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Bertram Schmitt ist eigentlich Honorarprofessor. Jetzt arbeitet er im Strafsenat des BGH. Bei den Strafrichtern landet nahezu alles. Von Betrug bis Mord.

          Auf zwei Standbeinen gelangte Bertram Schmitt zum BGH: Seit 1991 leitete er eine Strafkammer am Landgericht Darmstadt und seit 2000 war er Honorarprofessor in Würzburg. „Ein Professor als Tatrichter ist selten, so bin ich wohl aufgefallen.“

          Anders als die Zivilrichter des BGH, die abgezirkelte Spezialgebiete haben, landet bei den Strafsenaten alles, von Betrug bis Mord. Nur für Sonderfälle wie Staatsschutzdelikte gibt es Sondersenate, zudem sitzt ein Strafsenat im alten Reichsgerichtsgebäude in Leipzig.

          In der Siemens-Korruptionsaffäre entschieden

          Schmitts II. Senat hat in der Siemens-Korruptionsaffäre entschieden, dass die Einrichtung schwarzer Kassen Untreue ist. Und die Richter prüften den Fall eines jungen Häftlings aus der JVA Siegburg, der einen Zellengenossen zu Tode gequält hatte. Bei solchen jungen „Mehrfachtätern“ komme eine Sicherungsverwahrung in Frage, urteilte der Senat – auch wenn sie bisher nur einmal verurteilt worden seien. „Das Strafrecht steht mehr im Leben als andere Gebiete, hier beobachten Sie menschliche Abgründe“, sagt Schmitt.

          Anders als die Zivilrichter arbeiteten die Strafrichter am BGH auch weniger mit schriftlichen Voten als mit mündlichen Berichten, so seien die Debatten lebhafter. Der Wechsel nach Karlsruhe hat Schmitts Blick auf die Rechtsprechung geändert „ähnlich wohl wie bei einem Wechsel von der Opposition in die Regierung“: „Hier sieht man nicht nur Einzelfälle, sondern auch das große Ganze. Wir müssen das Strafrecht handhabbar machen und es mit den rechtsstaatlichen Prinzipien in Einklang bringen.“

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