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Digitales Klassenzimmer : An vielen Schulen hakt es schon beim Internet-Zugang

  • Aktualisiert am

Vielerorts fehlt es etwa an Tablets. Bild: dpa

Die Digitalisierung hält an Deutschlands Schulen nur langsam Einzug. Eine neue Studie zeigt: Es mangelt längst nicht nur an Tablets.

          Deutschlands Schulen haben bei digitaler Ausstattung noch viele weiße Flecken. So gibt es nach einer Umfrage unter Schulleitungen nur in rund jeder dritten Schule in allen Klassen- und Fachräumen Zugang zu schnellem Internet und WLAN. Bei Gymnasien sind es immerhin fast 45 Prozent. 63 Prozent der befragten Schulleitungen insgesamt gaben hingegen an, dass Internet nicht in vollem Umfang verfügbar sei. Das zeigt eine am Montag in Berlin vorgestellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

          Nur jede dritte Schulleitung sagt zudem, dass es mindestens einen Klassensatz an digitalen Endgeräten wie Tablets für die Schülerinnen und Schüler gibt. Fünf Jahre zuvor waren es erst 12 Prozent. Von den Gymnasien haben immerhin 60 Prozent Klassensätze mit Endgeräten.

          Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann sagte: „Wenn sich die Digitalisierung an Schulen in der gleichen Geschwindigkeit vollzieht wie in den letzten fünf Jahren, werden wir erst 2034 erreicht haben, dass es an allen Schulen einzelne Klassensätze an digitalen Endgeräten gibt.“

          Braucht es Digitalpakt 2.0?

          Für die Studie wurden 1232 Schulleiter befragt. In fast jeder fünften Schule müssen die Schüler bei einigen Lehrern ihre eigenen Tablets oder Smartphones mitbringen, um diese im Unterricht zu nutzen. An 19 Prozent der Schulen verfügen der Umfrage zufolge alle Lehrer über einen dienstlichen PC. 47 Prozent der Schulleitungen sagen, alle Lehrer hätten eine dienstliche Mailadresse - 34 Prozent aber sagen, keiner der Lehrer verfüge darüber.

          Um Sicherheit, Stabilität und Aktualisierung der IT-Ausstattung kümmern sich an 62 Prozent der Schulen Lehrer, an 59 Prozent IT-Fachpersonal und nur an 4 Prozent der Schulen externe Dienstleister. Beckmann kritisierte, sich um die Technik zu kümmern, sei nicht Aufgabe der Lehrer. Die nötigen Kenntnisse für digitalen Unterricht haben sich an 72 Prozent der Schulen die Pädagogen selbst angeeignet, zu 65 Prozent halfen Fort- und Weiterbildungen, zu 58 Prozent auch Kollegen.

          Derzeit laufen in den Ländern die Vorbereitungen für eine schrittweise flächendeckende Digitalisierung der Schulen im Rahmen des Digitalpakts Schule. Vom Bund werden innerhalb der nächsten fünf Jahre fünf Milliarden Euro investiert. Finanziert werden sollen mit den Bundesmitteln unter anderem die Vernetzung in Schulgebäuden, schulisches WLAN, Lernplattformen, interaktive Tafeln, Displays sowie Laptops und Notebooks.

          FDP-Fraktionsvize Katja Suding sagte, es sei zwar wichtig, dass der Digitalpakt komme. Aber die Schulen hätten noch keine Lernsoftware, keine IT-Administratoren und keine klaren Regeln zum Datenschutz. Insofern sei eine Neuauflage in Form eines Digitalpakt 2.0 nötig.

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