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F.A.Z.-Newsletter : Die Katastrophe von Beirut

Unsere Autorin: Rebecca Boucsein Bild: Robert Wenkemann

Der Libanon trauert um Dutzende Tote und sucht nach Ursachen für die Explosion im Hafen von Beirut. Die Polizei in Berlin bekommt neue Unterstützung. Was sonst wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.

          2 Min.

          In Beirut geht am Morgen nach der schweren Explosion und Bildern von mehr als 3000 Verletzten und mindestens 70 Toten die Suche nach der Ursache für die Katastrophe weiter. Warum kam es zu der gewaltigen Detonation in der libanesischen Hauptstadt? Offiziellen Quellen zufolge könnte eine Ladung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat die Explosion ausgelöst haben. Das Unglück trifft den Libanon in einer Zeit, in der zusätzlich zur schweren Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes auch harte Corona-Regeln den Alltag der Menschen erschweren. Regierungschef Hassan Diab hat den heutigen Mittwoch zum Tag landesweiter Trauer in Gedenken an die Opfer erklärt. Präsident Michel Aoun berief eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Verteidigungsrats ein. Europa und Israel haben Hilfe angekündigt.

          Rebecca Boucsein
          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          Die Polizei in Deutschland steht wegen des Vorwurfs des Racial Profilings und Rechtsextremismus in den eigenen Reihen zunehmend unter Verdacht. Die „NSU 2.0“-Drohmails waren das bisher letzte Glied einer Kette von Ereignissen, die das Vertrauen in die Polizei erschüttert und die vielen mehrheitlich unbescholtenen Beamten in diesem Land in Verruf gebracht haben. Das Thema ist längst ganz oben auf der politischen Agenda angekommen. So erhält beispielsweise der Verfassungsschutz eine „Zentralstelle zur Aufklärung rechtsextremistischer Umtriebe im öffentlichen Dienst“. Und auch auf Landesebene tut sich etwas: In Berlin soll künftig ein Extremismusbeauftragter bei der Polizei möglichen verfassungsfeindlichen Umtrieben in deren Reihen entgegenwirken und anonyme Hinweise entgegennehmen. Nach Angaben des „Spiegel“ sollen zudem Verdachtsfälle nach einem fünfstufigen Ampelsystem kategorisiert werden; bei Rot und Orange droht demnach der Rauswurf. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) stellt die Pläne heute vor. In Nordrhein-Westfalen gibt es das Konzept bereits – dort wurden in allen Polizeibehörden eigene Extremismusbeauftragte ernannt. Der Anlass waren die Aktivitäten einer mutmaßlich rechten Terrorgruppe – zu der mutmaßlich auch ein verdächtiger Polizeimitarbeiter gehörte.

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          Während die Bundesregierung nach wochenlangem Zögern und Drängen aus Ankara die Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsgebiete aufgehoben hat, ist Belgien gerade dabei, sich bei vielen Nachbarn unbeliebt zu machen. Stein des Anstoßes ist eine rote Liste, auf die Brüssel immer mehr europäische Regionen setzt. Bis jetzt sind es bereits Regionen in fünf EU-Staaten, drei Schweizer Kantone und das englische Leicester. Ein harter Schlag für alle belgischen Urlauber: Nicht notwendige Reisen an diese Orte sind ab sofort untersagt. Und falls Sie es noch nicht wussten und eine Reise nach Belgien planen: Einreisende müssen seit dem 1. August ein elektronisches Einreiseformular ausfüllen – und zwar aus allen Ländern. Warum die Belgier auf einmal so rigoros vorgehen und welche Nachbarländer nun besonders erbost sind, hat mein Kollege Thomas Gutschker in Brüssel recherchiert. Eine lohnenswerte Lektüre, nicht nur für Reisende.

          Und sonst? Könnte sich im Prozess um den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke der mutmaßliche Täter äußern, könnte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg fünf Monate nach seiner 1:2-Niederlage im Hinspiel doch noch im Duell gegen Schachtjor Donezk in Kiew das Endrunden-Turnier in der Europa League erreichen, ist auf Helgoland das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht – von 11 Uhr bis 16.30 Uhr an bestimmten Orten.

          Die Nacht in Kürze

          Das Robert Koch-Institut hat innerhalb eines Tages 741 neue Coronavirus-Fälle registriert. Wer in Nordrhein-Westfalen in Bus und Bahn keine Maske trägt, soll künftig 150 Euro Sofort-Bußgeld bezahlen.

          Rockstar Neil Young verklagt Präsident Donald Trump wegen der Nutzung seiner Lieder bei Wahlkampfveranstaltungen.

          Nach Angaben des Chefs des japanischen Organisationskomitees finden die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer auch „mit Corona“ statt.

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