https://www.faz.net/-gpc-6zn5j

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Bayerischer Fernsehpreis : Der Wanderpokal

Bayerischer Fernsehpries 2012: Die Preisträger Anja Kling, Armin Rohde, Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl und Anna Loos (von links nach rechts) posieren im Münchener Prinzregententheater mit ihren blauen Panthern. Bild: dpa

Der Bayerische Fernsehpreis geht dieses Jahr an namhafte Schauspieler in herausragenden Rollen: Anja Kling, Anna Loos, Matthias Brandt und Armin Rohde. Einen kapitalen Fehlgriff aber leistet sich die Jury dann doch.

          Die Jury des Bayerischen Fernsehpreises hat – bis auf einen Fall - sehr nachvollziehbare Entscheidungen getroffen, die im Ergebnis nach Heimspiel aussehen. Über sechs „Blaue Panther“ nämlich freut sich der Bayerische Rundfunk, bei insgesamt siebzehn Preisen ist das kein schlechter Schnitt bei einem Preis, der – vergeben von der Bayerischen Landesregierung -, neben dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme Preis zu den bedeutendsten Auszeichnungen der Branche zählt. Und es ist – bis auf den besagten, einen Fall -, durchaus eine Qualitätsauswahl, die sich am Freitagabend im Münchner Prinzregententheater präsentieren durfte.

          Die Lehrerin und der Kriminelle

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Kommen wir zu den Trouvaillen: Als beste Schauspielerin in einem Fernsehfilm wurde Anna Loos für ihren eindringlich gespielten Part in dem Film „Die Lehrerin“ (ZDF/Arte) ausgezeichnet. Sie spielt darin eine Lehrerin, die in ihrem Beruf eigentlich schon aufgegeben hatte, dann aber die Klasse ihrer besten Freundin übernimmt, die von einem Schüler erschossen wurde. Zum besten Schauspieler wurde Armin Rohde für seine Rolle in dem für den BR produzierten Film „Alleingang“ gekürt. Rohde spielt in dem Stück einen unberechenbaren Kriminellen, der sich einen Zweikampf auf Leben und Tod mit einem Kommissar liefert. Beide Filme leben sehr von der starken Leistung ihrer Hauptdarsteller.

          Auch bei den besten Serienschauspielern hat sich die Jury des Bayerischen Fernsehpreise nicht verguckt: Die Preise gingen an Anja Kling für ihre Rolle in „Hannah Mangold & Lucy Palm“ – eine Serie, von der man hoffen darf, dass Sat.1 sie tatsächlich fortsetzt. Und an Matthias Brandt ging der Preis für seinen Part in der Episode „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ des neuen bayerischen „Polizeirufs“. Das war übrigens der Film, den der Sender aus eher fadenscheinigen Jugendschutz-Gründen erst nach 22 Uhr und auch nicht am angestammten Platz am Sonntagabend im ersten Programm zeigte.

          Ein analoges Wunder und ein digitaler Angriff

          Für ihre Regie wurden ausgezeichnet: Maria von Heland für den Film „Die Sterntaler“ (SWR) und Andreas Prochaska für „Das Wunder von Kärnten“ (ZDF). Weitere Preise gingen an die Drehbuchautoren Friedrich Ani und Ina Jung für dem Film „Das unsichtbare Mädchen“ (ZDF/arte). Sodann an die BR-Autorinnen Birgit Kappel und Sabina Wolf für ihren in der Reihe „ARD-exklusiv“ produzierten Beitrag „Angriff aus dem Netz“, und ebenfalls an Monika Anthes und Edgar Verheyen für ihr in derselben Reihe erstelltes Stück „Das System Wiesenhof“ (SWR).

          Peter Kloeppel, der Chefredakteur und Nachrichtemoderator von RTL, bekam einen Preis für die Dokumentation „Der 11. September - Wie ein Tag unser Leben veränderte“ (RTL). Harald Lesch schließlich wurde als Moderator der Sendung „Abenteuer Forschung: Drillen oder Chillen? Der Weg zum Superkind“ (ZDF) geehrt. Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad bekamen einen Preis für die federführend vom Hessischen Rundfunk betreute Anti-Political-Correctness-Reihe „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“.

          Gespür fürs Publikum

          Ein Preis ging ebenfalls am Sylvie van der Vaart und Daniel Hartwich für ihre Moderation der RTL-Show „Let’s Dance“, welche der Jury ob des „liebenswerten Charmes“ und „großen Einfühlungsvermögens“ aufgefallen ist. Monika Gruber wurde als Unterhalterin für ihre Sendungen „Monika Gruber live 2011“, „Grünwald Freitagscomedy“ (BR) und „Die große Quatsch Variety Show“ (Pro Sieben) geehrt. Der Nachwuchsförderpreis der Lfa Förderbank Bayern ging an Rüdiger Heinze und Stefan Sporbert für den Film „Schreie der Vergessenen“ (Pro Sieben).

          Den – nicht dotierten - Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten erhielten die Darsteller der Münchner „Tatort“-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. Die übrigen Preise sind mit jeweils zehntausend Euro dotiert.

          Ach ja, den Fehlgriff hätten wir ja fast vergessen: Die Produzenten Andreas Bareiss und Sven Burgemeister wurden für den Sat.1-Film „Die Rache der Wanderhure“ ausgezeichnet, einen der schlechtesten Fernsehfilme der letzten Jahre, der allerdings ein großes Publikum fand und von Sat.1 deswegen mit einem dritten Teil fortgesetzt wird. Die Jury fand den Film „herausragend“, rühmte das Gespür der Produzenten für die Umsetzung des dem Stoff zugrunde liegenden Trivialromans und freute sich über eine „neue Farbe“ im Fernsehen. Angesichts dieser konnte einem allerdings grün und blau vor Augen werden. Den „Blauen Panther“ 2012 gibt es dafür trotzdem.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.