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+++ Bagdad Briefing +++ : Die Gelder an die Dschihadisten fließen weiter

  • -Aktualisiert am

Ein Kämpfer des „Islamischen Staates“ posiert an der Militärbasis Tabka nahe des syrischen Rakka - wer finanziert die Terrormiliz? Bild: AP

Der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ wird an vielen Fronten geführt: Vor allem in Kuweit stehen private Sponsoren am Pranger, die Terrorgruppe zu unterstützen.

          General Mansur al Turki lässt keine Zweifel offen. „Unser Land macht alles, um den Fluss von Geldern an die Dschihadisten zu unterbinden“, sagt der Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums im Gespräch mit FAZ.NET. Wie andere sunnitische Staaten auch wird das wahabitische Königsreich bezichtigt, den „Islamischen Staat“ Abu Bakr al Bagdadis durch laxe Finanzkontrollen erst groß gemacht zu haben. Privaten Spendern sei es so ein Leichtes gewesen, Gelder an islamistische Wohlfahrtsorganisationen zu überweisen, die es an die Terrorgruppe im Irak und Syrien weitergeleitet hätten.

          Turki weist den Vorwurf zurück. „Wir stehen nur deshalb im Scheinwerferlicht, weil Al Qaida in Saudi-Arabien gegründet wurde.“ Zugleich weist er den Finger Richtung Türkei, das unzähligen Gefolgsleuten Bagdadis den Transit über ihr Territorium erlaubt habe. In Istanbul oder Gaziantep sei es den Unterstützern islamistischer Milizen ein Leichtes, Konten zu eröffnen, ohne den Verdacht der Finanzprüfer zu erregen. Auch Kuweit habe weit weniger strenge Gesetze als das Königsreich, wo der Herrscher Abdullah im März harte Strafen für finanzielle, ideologische und bewaffnete Unterstützung der Terrorgruppe ankündigte. „Doch langsam beginnt man dort genauer hinzusehen“, sagt der Sprecher des Innenministeriums.

          Aufruf zu Spenden für die Terrorgruppe

          Das hat auch damit zu tun, dass die Vereinigten Staaten den Druck auf ihre Verbündeten am Golf erhöht haben, härter gegen die finanziellen Hintermänner des „Islamischen Staats“ vorzugehen. Die „New York Times“ etwa berichtet von einer Gruppe von Predigern in Qatar, die wie der nun von Washington identifizierte kuweitische Scheich Hajaj al Ajmi immer wieder ungestraft zu Spenden für Dschihadisten in Syrien aufriefen. Die Führung um Emir Tamim Hamid Al Thani sei nie eingeschritten, wenn die religiösen Führer in staatlich kontrollieren Moscheen auftraten oder gar ein größeres Publikum im Fernsehsender Al Dschazira ansprachen.

          Zwar weist das Herrscherhaus die Anschuldigungen zurück, die vor allem aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten kommen, wo Qatar bis vor einem Jahr die in einem Putsch um die Macht gebrachte Muslimbruderschaft unterstützte. Ein anderer am Pranger stehender kuweitischer Scheich, Shafi al Ajmi, wies in einem Interview auf einen Umstand hin, der nicht von der Hand zu weisen ist: „Sämtliche Geheimdienste der Golf-Staaten kämpfen darum, in Syrien ihren Schnitt zu machen und den Löwenanteil der Revolution zu bekommen.“

          Dass al Ajimi behauptet, Waffen von dem vom Westen unterstützten Hohen Militärrat in Istanbul gekauft zu haben, zeigt, wie schwierig es geworden ist, zwischen „guten“ und „schlechten“ Islamisten in den Konflikten in Syrien und Irak zu unterscheiden. Auch der Sprecher des saudi-arabischen Innenministeriums, General al Turki, gesteht ein, dass am Ende niemand wisse, „ob das gespendete Geld beim ‚Islamischen Staat‘ oder in den Taschen von Privatleuten“ lande.

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