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Architektin des Wesentlichen : Sie wagt den Schnitt ins Blaue

Regina Polys Gestaltung des St.-Jakobs-Platzes bei der Synagoge in München ist preisgekrönt. In Berlin ist jetzt die Kunst der erfolgreichen Architektin zu sehen: Scherenschnitte, die von einem offenem, freien Deutschland erzählen.

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          Der flüchtige Blick glaubt zu wissen, was er hier sieht: die ikonische Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe! Der zweite Blick meldet Zweifel an: Wächst am Berliner Kulturforum jetzt baumhohes Gras? Hat der Landwehrkanal die hässliche Potsdamer Straße geflutet? Ist Tucholskys Wunschtraum eines Berlins, das an der Ostsee liegt, wahr geworden? Der zarte Scherenschnitt, den man auf den ersten Blick für eine rabiate Vision eines von allem Urbanogerümpel befreiten Berlins halten könnte, stellt aber einen realen Ort dar: Was man sieht, ist der 1932 am Templiner See von Reinhold Mohr errichtete Musikpavillon – einer der schönsten Bauten der Weimarer Republik, auf einem selbst utopisch-modernistischen Ort, dem Gelände des ehemaligen Luftschiffhafens.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Pavillon war damals, 1932, als schon fast alles vorbei war, das Versprechen eines anderen, leichteren, offeneren Deutschlands, dessen Wände aus Stahl, Glas und Holz waren, so filigran, dass man keine massiven Adler an ihnen befestigen konnte. In den ebenso filigran-vielschichtigen, hintergründigen Scherenschnitten, die die Architektin und Künstlerin Regina Poly von Sonntag an in der Berliner Galerie Aedes am Pfefferberg zeigt, geht es fast immer um das Versprechen, das in solchen Orten aufscheint: um Räume, in denen sich die Grenzen von innen und außen, vorn und hinten, privat und öffentlich auflösen, um Architekturen, die den Möglichkeitssinn anstacheln. Man kann die Scherenschnitte und die Schichtmodelle der Berlinerin, deren Gestaltung des St.-Jakobs-Platzes bei der neuen Synagoge in München preisgekrönt wurde, auch als eine Hommage an die japanische Tradition sehen, sich im Scherenschnitt an die wesentlichen Eigenschaften eines Dings, einer Person oder eines Raums anzunähern. So erstaunt es nicht, dass man neben Berliner Motiven auch zahlreiche japanische Bauten und Orte dargestellt findet. (Vom morgigen Sonntag, dem 27. April, bis 4.Mai. – Die Arbeiten kosten von 1300 bis 1800 Euro).

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