https://www.faz.net/-gpc-adkvy

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Bildbeschreibung einblenden

Mordanschlag auf de Vries : Neue Spur führt ins Umfeld von Ridouan Taghi

Polizisten stehen im Juni vor dem Hochsicherheitsgericht, in dem der Marengo-Prozess stattfindet. Bild: dpa

Delano G. soll Peter R. de Vries niedergeschossen haben. Er ist verwandt mit einem Mann, der Auftragsmorde für Drogenboss Ridouan Taghi geplant haben soll. Nach einer Freiheitsstrafe hatte sich Delano G. auch mal als Rapper versucht.

          2 Min.

          Im Fall des Mordanschlags auf den Journalisten Peter R. de Vries gibt es eine erste Spur in das Umfeld des Drogenhändlers Ridouan Taghi, der wegen mehrerer Auftragsmorde in Amsterdam vor Gericht steht. Wie die Zeitung „De Telegraaf“ berichtet, ist einer der beiden von der Polizei festgenommenen Verdächtigen mit einem verurteilten Straftäter verwandt, der aus Taghis Umfeld stammt. Bei dem Festgenommenen handelt sich um den 21 Jahre alten Delano G., er soll am Dienstag auf den Kriminalreporter in Amsterdam geschossen und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Delano G. ist gemäß dem Zeitungsbericht ein Cousin ersten Grades von Jaouad W., der 2019 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden ist.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Jaouad W. stand im sogenannten 26Koper-Verfahren vor Gericht. In diesem Strafprozess ging es um die Vorbereitung von Auftragsmorden im Bereich der organisierten Kriminalität. Fünf Angeklagte wurden zu langen Haftstrafen verurteilt, darunter W. Bei ihnen waren 2015 mehr als hundert Schusswaffen, Handgranaten und gestohlene Fahrzeuge gefunden worden. Aufgrund von abgehörten Gesprächen und entschlüsselten Nachrichten kam das Berufungsgericht Amsterdam zu dem Schluss, dass die Angeklagten die feste Absicht hatten, mehrere Personen zu ermorden. Zuvor hatte das Bezirksgericht Utrecht geringere Strafen verhängt, weil es die Tötungspläne als nicht hinreichend bewiesen ansah. Taghi gehörte seinerzeit zwar nicht zu den Angeklagten, doch geht aus inzwischen entschlüsselten Nachrichten hervor, dass er der Kopf der Bande war.

          Wie die Zeitung „De Volkskrant“ berichtet, beging Delano G. noch als Jugendlicher zwei Diebstähle und fünf Wohnungseinbrüche, alle in Tiel (Provinz Gelderland), wo er aufwuchs. Er wurde deshalb und wegen eines Gewaltdelikts zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Nach seiner Freilassung gründete er ein Musiklabel und veröffentlichte einen Rap-Song. Darin heißt es, er sei „auf dem Raubzug, weil ich die Krise satt habe“. Am Ende des Tages sei es vor allem „Geld, das wir riechen“. Bekannte berichteten der Zeitung, der junge Mann sei ins Rauschgiftmilieu abgerutscht. Delano G. und der zweite Verdächtige Kamil E. – er soll den Fluchtwagen gefahren haben – werden an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

          Peter R. de Vries war Vertrauensperson des Kronzeugen Nabil B. im sogenannten Marengo-Prozess gegen Ridouan Taghi. Der Bruder und der Anwalt des Kronzeugen waren bereits ermordet worden, was Kommentatoren auf einen Rachefeldzug Taghis zurückführen. Der Rauschgifthändler, in Marokko geboren, muss sich mit 16 weiteren Angeklagten wegen sechs anderen Auftragsmorden verantworten. Er war 2019 in Dubai festgenommen und an die Niederlande ausgeliefert worden. Der zweite Hauptangeklagte in dem Verfahren Said R. steht derweil kurz vor seiner Auslieferung an die Niederlande. Er war Anfang 2020 in Medellín festgenommen worden; das Oberste Gericht Kolumbiens genehmigte am Donnerstag seine Überstellung. Said R. soll die „rechte Hand“ Taghis gewesen und das Personal für dessen Mordaufträge ausgewählt und angeleitet haben.

          Lesen Sie hier eine Reportage über die Hintergründe des Marengo-Prozesses und das organisierte Verbrechen in den Niederlanden.

          Weitere Themen

          F.A.Z.-Konferenz Gesundheit und Versorgung Video-Seite öffnen

          Livestream : F.A.Z.-Konferenz Gesundheit und Versorgung

          Bald muss die Gesellschaft eine überzeugende Antwort auf die Frage finden, wie die Versorgungsstrukturen zukunftsfähig gemacht werden können. Gemeinsam werden die F.A.Z.-Gruppe und die Robert Bosch Stiftung bei einer Konferenz nach Wegen suchen, wie die medizinische Versorgung mit den Veränderungen Schritt halten kann.

          Topmeldungen

          Hatte einmal mehr keinen leichten Tag: Armin Laschet

          Laschet und die Union : Machtprobe

          Ein turbulenter Tag für die Union: CSU-Chef Söder spricht Scholz die besten Chancen aufs Kanzleramt zu – und Laschet verhindert eine Kampfkandidatur in der Fraktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.