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Anhörung in Washington : Bernanke: „Geldpolitik kein Patentrezept“

  • Aktualisiert am

Vor dem Wirtschaftsausschuss: Ben Bernanke Bild: AFP

Vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongress in Washington hat der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke die Politik zum Handeln gegen die Wirtschaftskrise auf.

          Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke hat die Politiker zum Kampf gegen die amerikanische Wirtschaftskrise aufgerufen. Geldpolitik sei zwar ein mächtiges Mittel, könne aber kein Patentrezept sein. Wachstums- und Arbeitsmarktpolitik liege in der Verantwortung aller politischen Institutionen, sagte er am Dienstag bei einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Kongress in Washington.

          Die Hoffnungen der Märkte auf die konkrete Ankündigung eines erneuten Programms zum Ankauf von Staatsanleihen wurden nicht erfüllt. „Sofern erforderlich, wird die Notenbank ihre Maßnahmen ausweiten“, sagte er.

          Die amerikanische Börse reagierte zunächst positiv auf Bernankes Signal. Erst im September hatte die Fed angekündigt, mit erneuten geldpolitischen Maßnahmen die Konjunktur anzukurbeln. In einem Anleihentausch mit einem Gesamtvolumen von 400 Milliarden Dollar (292 Mrd Euro) will die Notenbank die Zinsen etwa für Unternehmenskredite oder Immobiliendarlehen noch weiter in den Keller drücken.

          Seit der Finanzkrise 2008 hatte die Fed zwei Anleihekaufprogramme durchgeführt. Das jüngste hatte ein Volumen von 600 Milliarden Dollar und endete im Juni. Seitdem hoffen die Märkte auf eine erneute Intervention der Notenbanker.

          Bernanke zeichnete ein düsteres Bild der Konjunktur. „Die Erholung von der Krise war weitaus weniger robust als wir gehofft hatten.“ Die Wirtschaft sei in den ersten sechs Monaten des Jahres schätzungsweise lediglich um ein Prozent gewachsen. Nach wie vor liege die Arbeitslosenquote bei neun Prozent.

          Vor allem die Republikaner im Kongress fordern striktes Sparen und lehnen etwa das von Präsident Barack Obama vorgeschlagene Jobprogramm in Höhe von 450 Milliarden Dollar ab. Bernanke hatte erst kürzlich die Lage auf dem Jobmarkt als „nationale Krise“ bezeichnet.

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